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KU Leuven/Studie: Nachhaltigkeitssiegel fördern Export aus Globalem Süden

Eine neue unabhängige Studie der KU Leuven, die auf Handelsdaten aus mehr als 80 Ländern basiert, zeigt, dass Nachhaltigkeitssiegel für tropische Produkte wie Fairtrade und Rainforest Alliance den Erzeugerländern tatsächlich dabei helfen, einen besseren Zugang zu Exportmärkten zu erhalten. 

Hände greifen im Supermarkt nach Bananen
© benjaminnolte/AdobeStock

Einige Siegel – insbesondere solche mit strengeren Nachhaltigkeitskriterien und wirksameren Kontrollmechanismen – gehen zudem mit höheren Exportpreisen einher, so die Universität.

Wenn Sie im Supermarkt Schokolade, Kaffee oder Bananen kaufen, sehen Sie oft ein bekanntes Logo oder Label auf der Verpackung. Diese Labels informieren die Verbraucher darüber, dass das Produkt nach bestimmten sozialen und ökologischen Standards hergestellt wurde. Für Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind diese Labels eine Eintrittskarte für internationale Märkte, auf denen zunehmend Garantien für die Einhaltung dieser Standards verlangt werden.

„Wenn der Anteil der zertifizierten Landwirtschaft in einem Land steigt, nimmt auch der Export dieser Produkte zu, und das bedeutet wirtschaftliche Wertschöpfung für diese Länder“, erklärt Professorin Miet Maertens vom Fachbereich für Erd- und Umweltwissenschaften an der KU Leuven. „Die Zertifizierung fungiert als gemeinsame Sprache im internationalen Handel. Sie hilft Ländern und Produzenten, bei ausländischen Käufern Vertrauen in ihre Produkte und Produktionsprozesse aufzubauen. Dies ist in einer Welt, in der der Nachweis von Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, von entscheidender Bedeutung.“

Ein Label ist besser als gar kein Label

Die Forscher betonen, dass Nachhaltigkeitslabels eine wichtige Rolle beim Übergang zu einem nachhaltigeren Lebensmittelsystem spielen können. Sie ermutigen Produzenten, umweltfreundlichere Praktiken anzuwenden, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und ihre Produktion effektiver zu organisieren. Dies sollte jedoch nicht mit handelsverzerrenden Effekten zum Nachteil der Exportländer einhergehen.

Diese Studie zeigt, dass Labels den Handel fördern, insbesondere durch höhere Handelsvolumina und einen besseren Marktzugang. Einige Labels und Produkte werden mit einem höheren Marktwert assoziiert, was zu besseren Preisen für die Produzenten führt.

„Dieser Unterschied hängt davon ab, wie streng die Nachhaltigkeitsstandards des Labels sind und wie gut die Einhaltung dieser Standards überwacht wird“, sagt Professor Maertens. „Generell ist die Zertifizierung jedoch ein Schritt in die richtige Richtung: Ohne Gütesiegel würden die Exporterlöse der exportierenden Länder sinken, und es wäre für die Erzeuger schwieriger, die internationalen Erwartungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität zu erfüllen.“

Was bedeutet das für die lokalen Landwirte?

Diese Studie analysiert Handelsdaten auf Länderebene und untersucht nicht das Einkommen einzelner Landwirte. „Andere Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Zertifizierung auch den Landwirten zugutekommen kann, beispielsweise durch besseren Zugang zu Fortbildungen, höhere Produktivität, bessere Preise oder stabilere Einkommen – auch wenn diese Erkenntnisse auf spezifischen Fallstudien beruhen und weniger schlüssig sind“, sagt Professor Maertens.

Das bedeutet, dass die Auswirkungen eines Labels über den Handel hinausgehen. Labels können langfristig zu besseren Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten und zu nachhaltigeren Produktionssystemen beitragen. Verbraucher spielen dabei eine wichtige Rolle: Ihre Entscheidung, ein Produkt mit einem Label zu kaufen, ermutigt Unternehmen, nachhaltige Produktion zu unterstützen.

„Diese Untersuchung bestätigt, was wir vor Ort täglich beobachten: Zertifizierung verschafft Landwirten Zugang zu Märkten, die sonst schwer zu erreichen sind. „Kombiniert man dies mit ambitionierten Standards, erhält man ein Instrument, das fairen Handel ermöglicht. Sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen ist dies ein leicht umsetzbarer Schritt, um zu wirtschaftlicher Stabilität, Nachhaltigkeit und Menschenwürde in internationalen Wertschöpfungsketten beizutragen“, sagt Philippe Weiler, CEO von Fairtrade Belgien.