Italien: Traubenerzeuger aus Sizilien und Apulien erwarten gute Saison
Wie versprochen setzen wir unsere kleine Serie fort und lassen Raffaella Quadretti (myfruit.it) auch heute wieder zu Wort kommen, um über den Fruitnet Grape Congress zu berichten. Nachdem wir zuletzt etwas von CUT-Präsident Massimiliano Del Core zur allgemeinen Entwicklung auf Sizilien und in Apulien lesen durften, geht es nun an die Produzenten selbst, mit denen die Chefredakteurin sich anlässlich des Kongresses austauschen konnte.
Sizilien: Lieferlücke gut genutzt
Aus Sizilien äußert sich Salvatore Novello von Novello & C. aus Mazzarrone (Catania). “Die Saison ist einige Wochen früher gestartet, genau wie im vergangenen Jahr, aber im Mai und Juni 2023 regnete es, was die Reife verzögert hatte. Im Gegensatz dazu ist die Saison in diesem Jahr sofort losgegangen und hat zudem eine besonders günstige Zeit getroffen, da die Saison aus der Südlichen Hemisphäre früher beendet war. Interesse war also da, auch, da die Qualität selbst aus den Gewächshäusern optimal war, auch bei ultrafrühen Sorten, da wir eigentlich keinen Winter hatten: Im Januar herrschten in den Gewächshäusern 28 °C bis 30°C”, erinnert sich Novello. Diese Lieferlücke habe man dann gut nutzen können, berichtet er. “Jetzt haben wir einen großen Vorsprung, wir haben im Vergleich zum Vorjahr bereits doppelte Mengen umgesetzt. Glücklicherweise gibt es mehr Trauben, z.B. mehr Vittoria-Trauben, die abgedeckt waren, und so konnten wir kontinuierlich liefern. Mit den Vorjahresmengen ständen wir jetzt schon ohne Trauben da. Nun könnte es jetzt im Verlauf der Kampagne, zwischen Vittoria und Italia, zu einer Lücke kommen. Uns fehlen Vittoria-Trauben, wo wir sehr weit fortgeschritten mit der Saison sind: sobald die Trauben reif sind, ernten wir”, erklärt er. Marktseitig erlebe er ein Auf und Ab: Sobald wir mit etwas weniger Grad Brix geerntet haben, hat sich die Nachfrage sofort verlangsamt. Sobald die Trauben wieder zufriedenstellender wurden, stieg die Nachfrage sofort wieder an. Alles in allem also ein guter Start”, fasst Novello zusammen. Was die Sorte Red Globe angeht, so seien zwar weniger Trauben an den Zweigen, aber die seien großzügiger gewachsen und insgesamt schöner als im Vorjahr. Auch die Italia-Trauben seien “außergewöhnlich”, betont er: “schöne Beeren, gut und einheitlich geformt, große Trauben, und wir erwarten gute Brix-Werte, da es seit letztem Jahr nicht geregnet hat.” Insgesamt seien die Pflanzen sehr gesund, nur das Wetter bleibe eine Ungewisse: “Unsere einzige Angst gilt dem Klima, das uns das Jahr ruinieren könnte”, stellt der Geschäftsführer abschließend fest.
Starkes Interesse an neuen Trauben aus Italien
Isabella Palumbo, Verkaufsleiterin für Tafeltrauben bei der Gruppe Salvi Unacoa, sprach von einer ” anspruchsvollen Kampagne”. Aufgrund der günstigen Wetterbedingungen habe man “ein Produkt von sehr guter Qualität und das Interesse aller europäischen Handelsketten ist vorhanden”, betonte sie. Derzeit gehe man von einem Nachfragerückgang Ende Juli/August aus, vor allem in Deutschland aufgrund der Sommerferien. “Aber dann gibt es noch die Monate September und Oktober, die in Bezug auf Volumen und Qualität wichtig sein werden, wenn es klimaseitig keine Überraschungen gibt.” Sie beobachte ein starkes Interesse an Italien, auch seitens der sonst eher an Spanien ausgerichteten Handelsketten, die sich nun wieder in Richtung Stiefel orientierten, “sehr wahrscheinlich aus Gründen der Risikominimierung”, überlegt Palumbo. Italien habe sich gewandelt, es gebe deutlich mehr kernlose Trauben und Exklusivsorten als in der Vergangenheit, “und das hilft uns”, stellt sie fest. “Diese Entwicklung ist für Italien äußerst positiv und wünschen uns, dass alle italienischen Akteure den Trend aufnehmen, um sich auf europäischen und internationalen Märkten behaupten zu können”, so die Verkaufsleiterin abschließend.
Im nächsten Teil werden wir noch Updates einiger Züchter erfahren, mit denen Raffaella Quadretti anlässlich des Fruitnet Grape Congress in Bari am 4.7. sprechen konnte. Hier finden Sie die Beiträge als Direktlink:
Teil 1: Massimiliano Del Core: Deutschland ist bei Trauben noch „etwas zurückhaltend”
Teil 3: Vielversprechende Varietäten: Neue Traubensorten aus Italien