Der Gemüsebau sei zwar flächenmäßig ein vergleichsweise kleiner Bereich der Landwirtschaft, habe jedoch eine hohe Bedeutung für die Versorgung mit frischen Lebensmitteln. Gleichzeitig stünden die Betriebe vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu zählten steigende Produktionskosten, höhere Anforderungen im Pflanzenschutz und Stickstoffmanagement sowie zunehmende bürokratische Vorgaben. Vor diesem Hintergrund sprach sich Backhaus für verlässliche Rahmenbedingungen im Zuge der künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aus.
Mit Blick auf die Versorgung verwies der Minister darauf, dass der Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Gemüse im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 40,1 % lag. Besonders niedrig sei er bei Tomaten mit 4,8 % bezogen auf den Gesamtverbrauch beziehungsweise 12,9 % bei Frischtomaten.
Für Mecklenburg-Vorpommern zog Backhaus eine positive Bilanz. Im Jahr 2025 bewirtschafteten 65 Betriebe eine Gemüsefläche von 2.479 ha – 4 % mehr als im Vorjahr. Die Erntemenge stieg auf 74.482 t und lag damit 10 % über dem Vorjahr. Wichtigste Kultur des Landes bleiben Speisezwiebeln, gefolgt von Romanasalat und Brokkoli.
Auch der ökologische Gemüsebau entwickelte sich nach Angaben des Ministers positiv. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs auf 836 ha und macht inzwischen rund ein Drittel der Gemüseanbaufläche des Landes aus. Die Bio-Gemüseernte erreichte 23.392 t und lag damit 60 % über dem Vorjahreswert.
Als wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung des Gemüsebaus bezeichnete Backhaus das Norddeutsche Kompetenzzentrum für Freilandgemüsebau in Gülzow. Dort werden unter anderem Lösungen zu klimaangepassten Anbausystemen, Wasser- und Nährstoffmanagement sowie dem Einsatz neuer Technologien wie Feldrobotik, Sensorik und automatisierter Unkrautregulierung entwickelt.