von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Französische Kartoffelbranche vereinbart Maßnahmen gegen Überangebot

Angesichts hoher Lagerbestände aus der Ernte 2025 haben sich die Akteure der französischen Kartoffelwirtschaft auf gemeinsame Maßnahmen verständigt, um den Übergang zur neuen Kampagne 2026 zu erleichtern. 

Frische, ungewaschene Kartoffeln mit Erde auf der Schale
© Stefan Zeitz

Wie der interprofessionelle Dachverband der französischen Kartoffelwirtschaft CNIPT mitteilt, sollen Erzeuger, Packbetriebe und der Handel koordiniert vorgehen, um die Vermarktung von Frühkartoffeln und der neuen Ernte nicht zu gefährden, denn während noch große Mengen der Ernte 2025 in den Lagern liegen, kommen bereits die ersten Frühkartoffeln auf den Markt. Dies setze die Preise unter Druck und belaste die gesamte Wertschöpfungskette, betonte CNIPT-Direktorin Florence Rossillion.

Die Branche befürchtet, dass eine zu lange Vermarktung der alten Ernte die Marktposition der Frühkartoffeln schwächen könnte, welche traditionell von ihrem Image als frische Saisonware profitieren und dadurch eine höhere Wertschöpfung erzielten.

Alternative Verwendung oder Vernichtung, um Marktdruck zu verringern

Der vereinbarte Maßnahmenplan sieht vor, überschüssige Mengen der Ernte 2025 schrittweise aus dem Markt zu nehmen. Nicht mehr vermarktbare Kartoffeln sollen alternativen Verwendungen zugeführt oder in bestimmten Fällen vernichtet werden, um den Marktdruck zu verringern und den Absatz der neuen Ernte zu unterstützen.

Packbetriebe und der Handel wollen ihre Vermarktungsaktivitäten zunehmend auf Frühkartoffeln und die neue Ernte konzentrieren. Für Ware aus der alten Ernte sollen dagegen keine Kommunikations- und Werbemaßnahmen mehr durchgeführt werden. Der Einzelhandel habe sich verpflichtet, Frühkartoffeln und die neue Ernte schrittweise stärker in den Regalen zu platzieren und Ware der vorherigen Kampagne zurückzunehmen, sofern Verfügbarkeit, Qualität und Produktspezifikationen dies zulassen.

Nach Angaben des CNIPT soll die Umstellung im Laufe des Juni anlaufen und sich ab Anfang Juli deutlich beschleunigen. Die Branche erhofft sich dadurch ein günstigeres Marktumfeld sowie eine bessere Wertschöpfung für französische Kartoffeln.

Bereits im April hatte sich der Dachverband mit Verwertungsmöglichkeiten der überschüssigen Mengen auseinandergesetzt. Vorgeschlagen wurden neben Lebensmittelspenden auch die Nutzung der Kartoffeln als Futtermittel sowie die Abgabe an Biogasanlagen. Als letzter Ausweg wurde die Ausbringung auf landwirtschaftliche Flächen oder die kontrollierte Vernichtung in mit Schwarzfolie abgedeckten Kartoffelmieten genannt. 

Landwirte können durch ein Unterstützungsprogramm des CNIPT und des Industrieverbands GIPT für diese kontrollierte Vernichtung nicht mehr vermarktbarer Kartoffelmengen eine pauschale Kostenbeteiligung erhalten. Voraussetzung sei die Einhaltung eines festgelegten Sanitär- und Hygienekonzepts.