Äpfel gelten als das wichtigste Produkt Frankreichs und machen rund 60 % der gesamten Obstproduktion aus. Jährlich werden im Land im Durchschnitt etwa 1,4 Mio t Äpfel produziert, von denen rund 350.000 t exportiert werden. Ecuador erhalte bislang nur einen kleinen Anteil dieser Mengen, allerdings wachse der Absatz in dieses Marktsegment laut Interfel dynamisch. So seien im Jahr 2025 rund 4.000 t französische Äpfel nach Ecuador geliefert worden, ein Plus von 35 % gegenüber dem Vorjahr.
„Für uns ist Ecuador nicht nur ein Markt, sondern ein strategischer Partner. Beide Länder ergänzen sich dabei, qualitativ hochwertige Produkte für Verbraucher weltweit anzubieten“, erklärte Daniel Soarez, International Director von Interfel, gegenüber der Zeitung. Frankreich sei derzeit der drittgrößte Apfellieferant Ecuadors – nach Chile und China, so Soarez weiter. Wie in anderen südamerikanischen Märkten bevorzugten Verbraucher in Ecuador in der Regel kleinere Apfelkaliber, was Exporteuren zusätzliche Absatzchancen eröffne. Andrea Himbert von Mesfruits sagte gegenüber El Universo: „Jedes Jahr haben wir eine größere Ernte und viele kleinere Früchte, und die Märkte für diese Produkte liegen in Südamerika. Wir haben mit Kolumbien und Brasilien begonnen, und jetzt ist die Idee, auch mit Ecuador zu starten.“
Französische Äpfel ergänzten die lokale Produktion in Ecuador und profitierten zudem von einem günstigen Vermarktungsfenster, sobald das Angebot aus Chile nachlasse. Dank des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Ecuador könnten die Früchte zudem zollfrei in den Markt eingeführt werden. Die positive Aufnahme französischer Äpfel ermutige die Erzeuger laut Soarez dazu, auch andere Früchte wie Birnen, Pflaumen und Kiwis einzuführen. Die Exporteure arbeiteten bereits daran, die erforderlichen phytosanitären Zertifizierungen zu sichern.