Um den Übergang zur neuen Kampagne 2026 zu erleichtern, haben sich Erzeuger, Packbetriebe und Handel auf koordinierte Maßnahmen verständigt. Überschüssige Mengen sollen unter anderem gespendet, in Biogasanlagen verwertet oder als letztes Mittel kontrolliert vernichtet werden.
Wir hatten über dieses Thema bereits Anfang des Monats berichtet, Details finden Sie daher hier: Französische Kartoffelbranche vereinbart Maßnahmen gegen Überangebot | Fruchthandel
„Der Übergang zwischen zwei Kampagnen ist immer ein strategischer Moment. In diesem Jahr erfordert er angesichts der verfügbaren Überschüsse eine beispiellose Mobilisierung“, betont CNIPT-Präsident Luc Chatelain.
Solaal startet neue Spendenplattform
Parallel dazu hat die Organisation Solaal, die Lebensmittelspenden aus Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft vermittelt, die neue digitale Plattform Agridon vorgestellt. Ziel ist es, landwirtschaftliche Spenden einfacher und schneller abzuwickeln. Nach Angaben von Solaal umfasst die Plattform unter anderem ein vereinfachtes Spendenformular, die digitale Bereitstellung von Spendenbescheinigungen sowie einen Online-Katalog verfügbarer Spenden.
Neu sei zudem die Möglichkeit für landwirtschaftliche Betriebe, sogenannte solidarische Ernteaktionen anzubieten, bei denen überschüssige Erzeugnisse direkt auf den Feldern gesammelt werden können. „Mit Agridon wollten wir ein einfaches, effizientes Werkzeug schaffen, das den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird. Denn eine erfolgreiche Spende ist vor allem eine Spende, die schnell einen Empfänger findet“, erklärt Solaal-Präsidentin Angélique Delahaye. Der CNIPT gehört zu den Gründungsmitgliedern der Organisation.
UNPT setzt auf Künstliche Intelligenz
Auch die französische Kartoffelerzeugervereinigung UNPT setzt auf digitale Werkzeuge. Für ihre Mitglieder hat sie die neue KI-Anwendung LexiPom entwickelt. Das System soll Verträge im Frischkartoffelmarkt automatisch analysieren und auf wichtige Punkte hinweisen.
Nach Angaben der UNPT prüft LexiPom unter anderem Klauseln zu Preisen, Mengen, Lieferbedingungen, Qualitätsanforderungen, Vertragsstrafen, Kündigungsregelungen und Fällen höherer Gewalt. Die Anwendung basiert auf der Vertragsexpertise der Organisation sowie auf ihrem regelmäßig aktualisierten Mustervertrag. Perspektivisch soll das System auch auf Verträge für die Verarbeitungsindustrie ausgeweitet werden.