Was 1976 mit der Forschung zu dem typisch flämischen Produkt begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Kompetenzzentrum für praxisorientierte landwirtschaftliche Forschung. Das Jubiläum wird mit der Einweihung eines neuen nachhaltigen Bürogebäudes und einem Tag der offenen Tür in Herent für die breite Öffentlichkeit gefeiert.
Direktor Tim De Clercq und sein Team öffneten bereits am 11. Juni die Türen für Schulen, die mehr über die Innovationen in diesem Anbaubereich erfahren möchten. Gegenüber VILT blickte er auf 50 Jahre Geschichte zurück. „Das Zentrum wurde vor 50 Jahren auf Initiative des damaligen Landwirtschaftsministeriums, der Universität Leuven, der Chicorée-Auktionen und des Bauernverbands gegründet“, erklärte De Clercq. „Damals gab es bereits einige Forschungszentren in Flandern und Belgien für den Gemüseanbau, aber keines, das sich speziell mit Chicorée beschäftigte. Dabei gab es damals mehr als 6.000 Landwirte, die diese Kultur anbauten und von gezielter praxisnaher Forschung profitieren konnten.“
Im Jahr 1976 nahm dem Bericht zufolge dann der heutige ‚Praktijkpunt Landbouw‘ in Herent seine Arbeit auf. „Vor 50 Jahren wurde jährlich lediglich ein Hektar Versuchsfläche für Chicorée angelegt“, so De Clercq. „Heute bewirtschaften wir etwa 14 ha verteilt auf insgesamt 15 verschiedene Kulturen. Nicht nur Chicorée, auch wenn dieser weiterhin zu unseren wichtigsten Forschungskulturen gehört“, wird De Clercq im VILT-Bericht zitiert.
Zwischen 2020 und 2025 verringerte sich die Zahl der Chicorée-Betriebe in Flandern von 139 auf 90, während die Produktion innerhalb von 15 Jahren von 53 Mio kg auf 31 Mio kg zurückging. Die Angebotsseite hat sich an diese Entwicklung angepasst. Doch selbst bei geringerem Angebot haben sich die Preise im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr zuletzt halbiert. In vielen Küchen wird Chicorée heutzutage unterschätzt. Nach Angaben von Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM ist der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Belgien von 4,3 kg im Jahr 2008 auf 2,2 kg im Jahr 2024 gesunken.