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Feldversuche mit NGT-resistenten Kartoffeln starten 2026

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur (LVVN) startet die Wageningen University & Research (WUR) 2026 neue Feldversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln.

aufgestapelte Kartoffeln
© Marek Gottschalk/AdobeStock

Die in den Feldversuchen getesteten Kartoffeln wurden genetisch verändert, indem mehrere Gene hinzugefügt oder ausgeschaltet wurden. Diese Veränderungen sorgen dafür, dass die Kartoffeln resistent gegen Krankheiten und Schädlinge sind, darunter die Kartoffelfäule, die durch Phytophthora infestans verursacht wird.

Die Forscher erwarten, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei diesen resistenten Sorten deutlich geringer ausfallen könnte. Es soll untersucht werden, wie gut die Resistenzen wirken und wie der Pflanzenschutz entsprechend angepasst werden kann.

Der Start des Feldversuchs sei ein weiterer Schritt in der Entwicklung gentechnisch veränderter Kartoffeln. Der letzte Feldversuch, der im Rahmen des DuRPh-Projekts durchgeführt wurde, liegt elf Jahre zurück. Damals wurden zusätzliche Resistenzgene gegen Phytophthora in beliebte Kartoffelsorten „eingebaut“. Phytophthora ist eine hartnäckige Kartoffelkrankheit, die große Ernteschäden verursachen kann und daher sehr intensiv mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft wird. Insbesondere Pflanzen mit mehreren Resistenzgenen erwiesen sich als besonders resistent gegen Phytophthora, im Gegensatz zu den Kartoffelpflanzen, die kein oder nur ein Resistenzgen aufwiesen.

Die Kartoffeln aus dem DuRPh-Projekt seien jedoch nicht als Kartoffelsorte auf den Markt gekommen. Dies liege an der Art und Weise, wie das Resistenzgen eingebaut wurde. Dies geschah nicht durch klassische Züchtung, sondern durch Transformation. Dabei handelt es sich um ein technologisches „Hilfsmittel“, durch das eine gentechnisch veränderte Kartoffelpflanze entsteht. Die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen unterliegt in der Europäischen Union Vorschriften, die zu einem langwierigen, kostspieligen und unsicheren Zulassungsverfahren führen. Darüber hinaus ist die Marktakzeptanz auch nach einer erfolgreichen Zulassung weiterhin ungewiss. Seitdem wurde die Technik weiterentwickelt, und mittels Genom-Editierung können nun auch kleine, sehr gezielte Veränderungen an der DNA von Pflanzen vorgenommen werden. Diese werden als „Neue Genomtechniken“ (NGTs) bezeichnet. Diese Techniken führen zu Pflanzen, die im Prinzip auch durch klassische Züchtung erzeugt werden könnten, wodurch keine neuen Sicherheitsrisiken für diese Pflanzen bestehen.

Bei der klassischen Züchtung werden dieselben Resistenzgene verwendet, doch aufgrund des langsamen Selektionsprozesses stehen neue Sorten, die gegen mehrere Krankheiten und Schädlinge resistent sind, nur langsam für den Anbau zur Verfügung. Mit genetischer Modifikation und NGTs lässt sich die Züchtung krankheitsresistenter Sorten erheblich beschleunigen. In der EU läuft derzeit ein Gesetzgebungsverfahren, um mit NGTs erzeugte Pflanzen vom Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen auszunehmen. Da diese neuen Versuche zeigen, was der Einsatz von Genom-Editierung und NGT-Pflanzen in der Praxis bedeutet, können sie auch dazu beitragen, in den Niederlanden eine gesellschaftliche Debatte über NGT-Pflanzen und Nachhaltigkeit anzustoßen.

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