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Europäische Pfirsich- und Nektarinenernte 2026 deutlich über Vorjahr erwartet

Die europäische Produktion von Pfirsichen, Nektarinen und Plattpfirsichen dürfte 2026 deutlich zulegen. Nach den aktuellen Prognosen von Europech’, die im Nachgang der medFEL digital veröffentlicht wurden, wird die Ernte bei insgesamt rund 2,74 Mio t liegen und damit etwa 8 % über dem Vorjahr sowie 16 % über dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024. 

Pfirsiche und Nektarinen
© Schmidt

Besonders Griechenland kehrt nach den frostbedingten Ausfällen des Vorjahres wieder auf ein normales Produktionsniveau zurück. Spanien bleibt mit Abstand wichtigster Anbieter Europas, während Italien stabile Mengen erwartet. Frankreich rechnet ebenfalls mit einer etwas größeren Ernte. Auch bei den überwiegend für die Verarbeitung bestimmten Pfirsichen wird ein Plus von 10 % gegenüber 2025 erwartet. 

Spanien bleibt Europas wichtigste Herkunft

Mit knapp 1,2 Mio t bleibt Spanien der größte Anbieter Europas. Gegenüber 2025 entspricht dies einem Plus von 5 %. Besonders stark vertreten bleiben Katalonien, Aragón und Murcia. Die Kampagne 2025 sei insgesamt positiv verlaufen, erklärte Javier Basols vom spanischen Verband der Agrargenossenschaften (Cooperativas agro Alimentarias).

Trotz Wetterproblemen wie Frost, Hagel und Regen habe sich der Markt stabil gezeigt. In mehreren Regionen seien hohe Preise erzielt worden, auch begünstigt durch hohe Temperaturen in Europa und Produktionsprobleme anderer Herkunftsländer. Gleichzeitig hätten steigende Kosten sowie Qualitätsverluste durch Wetterextreme die Rentabilität teilweise belastet.

Besonders positiv entwickelte sich die Kampagne laut Manel Simon, Direktor von Afrucat, zunächst in Katalonien und Aragón. „Während eines großen Teils des Sommers lag die Nachfrage deutlich über dem verfügbaren Angebot“, erklärte er. Erst ab Mitte August habe sich der Markt wieder ausgeglichener entwickelt.

Strukturell sieht der spanische Sektor weiterhin einen Wandel: Die Anbauflächen gehen langfristig zurück, gleichzeitig werde stärker in neue Sorten, Hagelnetze und technische Lösungen investiert. Auch spätere Sorten und Produkte wie sogenannte „Platerinas“ gewännen an Bedeutung.

Für 2026 erwarten die spanischen Vertreter bislang keine größeren klimatischen Schäden. Allerdings bleibt die Situation regional unterschiedlich: In Extremadura werden regional geringere Mengen erwartet, während Aragón und Katalonien weiterhin stark vom Wetterverlauf der kommenden Wochen abhängen.

Pfirsich am Baum
© A. Schweinsberg

Italien mit stabiler Produktion

Italien erwartet für 2026 eine Ernte von rund 867.000 t Pfirsichen und Nektarinen, ein Plus von 3 % gegenüber 2025. 

Nach Angaben von Elisa Macchi, Direktorin des CSO Italy, lag die Produktion 2025 leicht unter dem Vorjahr. Hauptgrund sei neben einzelnen Wetterereignissen weiterhin der Rückgang der Anbauflächen gewesen. „Die Flächen gehen weiter zurück, besonders bei Pfirsichen“, erklärte sie. 

Der Markt habe sich 2025 dagegen positiv entwickelt. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeiten seien sowohl auf dem italienischen Binnenmarkt als auch im Export gute Preise erzielt worden. Besonders Osteuropa habe von den geringeren griechischen Mengen profitiert.

Für 2026 erwartet Italien normale Produktionsbedingungen ohne größere klimatische Schäden. Die Ernte dürfte ähnlich wie im Vorjahr verlaufen, teilweise sogar einige Tage früher starten. 

Griechenland erholt sich nach Frostjahr

Besonders deutlich fällt der Zuwachs in Griechenland aus. Nach den massiven Frostschäden des Vorjahres soll die Produktion von Pfirsichen und Nektarinen 2026 um 35 % auf rund 455.000 t steigen. Inklusive der Verarbeitungspfirsiche wird die griechische Gesamtproduktion voraussichtlich rund 750.000 t erreichen. 

Nikolaos Tsitsiokas von der Genossenschaft ASEPOP erinnerte daran, dass Frostereignisse im März und April 2025 die Produktion massiv beeinträchtigt hätten. Trotzdem habe sich der Markt „sehr dynamisch“ entwickelt und hohe Preise ermöglicht. 

Gleichzeitig beobachtet Griechenland strukturelle Veränderungen im Anbau. Während die Pfirsichflächen zurückgehen, nehmen Nektarinen sowie sehr späte Sorten zu. Zudem wechseln einige Betriebe verstärkt in den Kiwi-Anbau. 

Für 2026 werden bislang normale klimatische Bedingungen gemeldet. „Die Produktion dürfte 15 bis 20 % über dem Vorjahr liegen“, erklärte Tsitsiokas. In den frühen Regionen habe die Ernte bereits begonnen. 

Frankreich erwartet stabile Versorgung

Frankreich rechnet für 2026 mit rund 224.000 t Pfirsichen und Nektarinen und damit mit einem Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahr. 

Alexi Bois, Präsident der AOP Pêches et Abricots de France, sprach von einer „überraschenden“ Kampagne 2025. Nach einem zunächst knappen Markt habe es später ein Überangebot gegeben, insbesondere bei kleineren Kalibern von Nektarinen. 

Die französischen Produzenten wollten daher künftig stärker auf größere Kaliber setzen. „Die Ausdünnung muss an diese neue Situation angepasst werden, um größere Früchte anzubieten, die am Markt besser vergütet werden“, erklärte Bois. 

Für 2026 sieht Frankreich stabile Voraussetzungen. Die Wasserversorgung habe sich durch die Winterregen verbessert, zudem sei die Scharka-Krankheit im französischen Anbau weitgehend unter Kontrolle. Die Ernte werde voraussichtlich zwischen dem 5. und 10. Juni beginnen.

Weitere Details zur Steinobstkampagne in Frankreich und Spanien lesen Sie in der soeben erschienenen Ausgabe 12 des Fruchthandel Magazins. 

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