Europäische Pfirsich- und Nektarinenernte 2026 deutlich über Vorjahr erwartet
Die europäische Produktion von Pfirsichen, Nektarinen und Plattpfirsichen dürfte 2026 deutlich zulegen. Nach den aktuellen Prognosen von Europech’, die im Nachgang der medFEL digital veröffentlicht wurden, wird die Ernte bei insgesamt rund 2,74 Mio t liegen und damit etwa 8 % über dem Vorjahr sowie 16 % über dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024.
Italien mit stabiler Produktion
Italien erwartet für 2026 eine Ernte von rund 867.000 t Pfirsichen und Nektarinen, ein Plus von 3 % gegenüber 2025.
Nach Angaben von Elisa Macchi, Direktorin des CSO Italy, lag die Produktion 2025 leicht unter dem Vorjahr. Hauptgrund sei neben einzelnen Wetterereignissen weiterhin der Rückgang der Anbauflächen gewesen. „Die Flächen gehen weiter zurück, besonders bei Pfirsichen“, erklärte sie.
Der Markt habe sich 2025 dagegen positiv entwickelt. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeiten seien sowohl auf dem italienischen Binnenmarkt als auch im Export gute Preise erzielt worden. Besonders Osteuropa habe von den geringeren griechischen Mengen profitiert.
Für 2026 erwartet Italien normale Produktionsbedingungen ohne größere klimatische Schäden. Die Ernte dürfte ähnlich wie im Vorjahr verlaufen, teilweise sogar einige Tage früher starten.
Griechenland erholt sich nach Frostjahr
Besonders deutlich fällt der Zuwachs in Griechenland aus. Nach den massiven Frostschäden des Vorjahres soll die Produktion von Pfirsichen und Nektarinen 2026 um 35 % auf rund 455.000 t steigen. Inklusive der Verarbeitungspfirsiche wird die griechische Gesamtproduktion voraussichtlich rund 750.000 t erreichen.
Nikolaos Tsitsiokas von der Genossenschaft ASEPOP erinnerte daran, dass Frostereignisse im März und April 2025 die Produktion massiv beeinträchtigt hätten. Trotzdem habe sich der Markt „sehr dynamisch“ entwickelt und hohe Preise ermöglicht.
Gleichzeitig beobachtet Griechenland strukturelle Veränderungen im Anbau. Während die Pfirsichflächen zurückgehen, nehmen Nektarinen sowie sehr späte Sorten zu. Zudem wechseln einige Betriebe verstärkt in den Kiwi-Anbau.
Für 2026 werden bislang normale klimatische Bedingungen gemeldet. „Die Produktion dürfte 15 bis 20 % über dem Vorjahr liegen“, erklärte Tsitsiokas. In den frühen Regionen habe die Ernte bereits begonnen.
Frankreich erwartet stabile Versorgung
Frankreich rechnet für 2026 mit rund 224.000 t Pfirsichen und Nektarinen und damit mit einem Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahr.
Alexi Bois, Präsident der AOP Pêches et Abricots de France, sprach von einer „überraschenden“ Kampagne 2025. Nach einem zunächst knappen Markt habe es später ein Überangebot gegeben, insbesondere bei kleineren Kalibern von Nektarinen.
Die französischen Produzenten wollten daher künftig stärker auf größere Kaliber setzen. „Die Ausdünnung muss an diese neue Situation angepasst werden, um größere Früchte anzubieten, die am Markt besser vergütet werden“, erklärte Bois.
Für 2026 sieht Frankreich stabile Voraussetzungen. Die Wasserversorgung habe sich durch die Winterregen verbessert, zudem sei die Scharka-Krankheit im französischen Anbau weitgehend unter Kontrolle. Die Ernte werde voraussichtlich zwischen dem 5. und 10. Juni beginnen.
Weitere Details zur Steinobstkampagne in Frankreich und Spanien lesen Sie in der soeben erschienenen Ausgabe 12 des Fruchthandel Magazins.
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