Neben Frische und kurzen Transportwegen biete die regionale Bio-Produktion Versorgungssicherheit und stabile Preise. Dagegen bremsen billige Importe während der Saison das Bio-Flächenwachstum.
„Jedes Jahr aufs Neue freuen sich die Mitgliedsbetriebe auf den Moment, wenn sich im Handel die Regale mit unseren Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen füllen“, erklärt Rudolf Dworschak, Vorstand des Bio.Fru.Pro. „Es zeigt sich hier deutlich, dass unser Engagement für eine intakte Umwelt, für gesunde Böden und gegen chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.“ Dies zeigen auch die aktuellen Marktzahlen, welche dem Umsatz von Bio-Gemüse im Jahr 2025 ein sechsprozentiges Wachstum attestieren.
Ebenfalls gewachsen seien die Importanteile. „Das liegt nicht am Unvermögen unserer Betriebe ihre Produktionsflächen auszuweiten, sondern am Preisunterschied zwischen regionaler und importierter Ware“, erklärt Michael Schudde, Geschäftsführung Süd des Bio.Fru.Pro. „Mit niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards lassen sich auch niedrige Preise kalkulieren. Beides entspricht aber nicht unserem Qualitätsanspruch.“
Dass die Abhängigkeit eines Marktes von internationalen Lieferketten ernsthafte Risiken berge, zeige die derzeitige Energiekrise. Bei Störungen steige der vermeintlich günstigere Verbraucherpreis unkalkulierbar an. Gerade die Bio-Produktion zeige aktuell auf, dass auch ohne fossile, chemisch-synthetische Stickstoffdünger heimisches Fruchtgemüse zuverlässig angeboten werden kann – unabhängig von Blockaden im Welthandel.
„Es stimmt – unsere Produktionskosten sind höher, als die der Kollegen in Spanien. Dafür können wir auch liefern, wenn die internationalen Märkte von der nächsten Verwerfung erfasst werden“, betont Rudolf Dworschak. „Moderne Bio-Gewächshäuser sind langfristige und kostenintensive Investitionen, deshalb brauchen wir für zügiges Wachstum sichere Abnahmezusagen. Wenn Erzeuger, Handel und Verbraucher es gemeinsam wollen, dann schaffen wir es mittelfristig den Markt von April bis November zu 100 % mit Tomaten und Gurken aus heimischem Bio-Anbau zu versorgen. Die Lebensmittelversorgung hierzulande würde einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit, Resilienz und Ressourcenschutz machen.“