von Inga Detleffsen 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Erst innovativ, dann insolvent: REWE und LEH-Allgäu übernehmen Feneberg-Standorte

Die REWE Group, die Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH (FLM) und die LEH-Allgäu GmbH haben eine gemeinsame Investorenvereinbarung unterzeichnet. 

Feneberg-Logo
© Kati Lenart - AdobeStock

Damit sei ein wesentlicher Schritt zur langfristigen Sicherung von Standorten, Arbeitsplätzen und Nahversorgung in der Region erreicht. Wie die REWE Group mitteilt, sei geplant, dass die LEH-Allgäu GmbH und die REWE Group künftig jeweils einen wesentlichen Teil der insgesamt 72 Standorte unabhängig voneinander betreiben. Die Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe und solle über einen Insolvenzplan umgesetzt werden, dem noch die Gläubiger der FLM zustimmen müssten. Der gerichtlich eingesetzte Gläubigerausschuss habe dem Vorhaben aber bereits zugestimmt.

Erst innovativ, dann insolvent

Feneberg ist seit 1947 im Allgäu verwurzelt: Gegründet wurde das Unternehmen von Theodor Feneberg, der bereits 1933 ein erstes Lebensmittelgeschäft in Kempten eröffnete. Wie die Allgäuer Zeitung berichtet, wuchs die Kette in den folgenden Jahrzehnten auf zeitweise rund 80 Filialen und einen Jahresumsatz von 550 Mio Euro. Christof und Hannes Feneberg leiten das Unternehmen heute in der dritten Generation.

Ende Juli 2017 startete Feneberg Deutschlands ersten Online-Supermarkt bei Amazon Prime Now. Zum Online-Zweig gehörte auch das 2012 gegründete Lebensmittel-Startup Freshfoods, das jedoch das Ende Oktober 2018 eingestellt wurde. 2019 erklärte das Unternehmen gegenüber der Allgäuer Zeitung, nicht erneut in den Online-Lebensmittelhandel einsteigen zu wollen.  

Zuletzt sei das nach wie vor familiengeführte Unternehmen zunehmend unter finanziellen Druck geraten, u.a. durch hohe Pensionsrückstellungen und Verluste in der hauseigenen Metzgerei-Tochter Allgäu Fresh Foods. Seit dem 1. April 2026 befindet sich die FLM im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Ein „wichtiger Schritt“ zur Zukunftssicherung im Allgäu

REWE-Vorstand Peter Maly bezeichnete die Unterzeichnung als „einen wichtigen Schritt für eine langfristige Perspektive im Allgäu“. Die geplante Übernahme solle die Nahversorgung in der Region stärken und den betroffenen Standorten neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Für die Mitarbeitenden der künftig von der REWE Group betriebenen Märkte sei vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten.

Auch Alexander Pade, geschäftsführender Gesellschafter der LEH-Allgäu GmbH, sprach von einem „wichtigen Schritt, um die Zukunft der Feneberg-Standorte im Allgäu und in Süddeutschland zu sichern“. Als Unternehmer mit „jahrzehntelanger Erfahrung im Lebensmittelhandel“ sei es seine Motivation, eine „langfristige und verlässliche Lösung“ zu schaffen. Auch für die Mitarbeitenden der künftig von der LEH-Allgäu GmbH betriebenen Märkte sei geplant, dass die bestehenden Arbeitsverträge weiter gelten.

Bis zu einer Entscheidung der zuständigen Behörden bleibe die Vereinbarung unter Vorbehalt, heißt es abschließend.

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