von Christine Weiser 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

DOGK: Glückliche und reife Kiwis - das ganze Jahr über

Aus Verbrauchersicht gibt es Kiwis aus verschiedenen Herkünften, die in der Qualität jedoch nicht konstant sind. Vor allem bei den grünen Kiwis zeigen sich große Unterschiede von weich und süß bis hart und säuerlich.

Mann vor Infotafel mit Kiwis
Roland Wirth

Wie also lässt sich die Qualität verbessern, und sind grüne Kiwis grundsätzlich das Problem und gelbe Sorten die Lösung, stellte Roland Wirth, Geschäftsführer Frigotec GmbH Kälte- u. Verfahrenstechnik, die Eingangsfrage in seinem Vortrag „HappyRipe-Kiwi“ auf dem Deutschen Obst & Gemüse Kongress (DOGK). Die Antwort laute ganz klar nein. Vielmehr brauche es eine richtige Nacherntebehandlung. „Die Früchte werden unreif geerntet, weil sie lange Transportwege überbrücken müssen. Für die Nachreife braucht es Zeit und die richtige Temperatur. Alleine schafft die Frucht das nicht, eine gute Qualität auszubilden, weshalb Ethylen zugeführt wird. Allerdings kommt die Frucht in Stress, wenn die Prozessführung nicht stimmt. Deshalb braucht es einen dynamisch geführten Nachreife-Prozess, der eine Kommunikation mit der Frucht aufbaut, sodass Stresssignale gar nicht erst aufgebaut werden. Die Basistechnologie von Softripe wird an Kiwis angepasst. Der komplexe biologische Hightech-Reifeprozess sorgt für eine hohe Homogenität. Mit ‚HappyRipe‘ schaffen wir eine maximale Aromaausbildung, eine gute Fruchtgesundheit und ein sehr gutes shelf life von bis zu 30 Tagen und mehr im Kühlschrank“, erklärte Wirth. 

In Chile bestehe eine Partnerschaft mit einem Serviceprovider und dem LEH bei Bananen und Exoten. Laut Wirth sind die Abschreibungen durch Softripe von rund 5 % auf 1 % gesunken und der Umsatz von Bananen und all over gestiegen. In Schweden, wo der LEH grundsätzlich sehr an neuen Technologien interessiert sei, sei der Umsatz von Avocados ohne Werbung durch Softripe um 14 % bis 18 % gestiegen. Seit der KW 25 in diesem Jahr werden auch Kiwis mit „HappyRipe“ angeboten. Das Ziel ist es, das ganze Jahr über eine in der Qualität konstante Frucht anbieten zu können, was die Verluste und Abschriften im LEH reduziert.   

Wie das Branding aussehen soll, da zeigte sich Wirth noch offen. Sticker könnten eine Möglichkeit sein, schließlich muss der Verbraucher auch über die Technologie und deren Vorteile informiert werden. „Machen wir das nicht, befinden wir uns im Blindflug. Schweden nutzt ein eigenes Branding. Der LEH kann selber entscheiden, welche Bezeichnung er nutzen möchte.“ Auch in Deutschland könnte der Einsatz von „HappyRipe“ erfolgreich sein, glaubt Wirth. „Der Ball liegt jetzt beim Großhandel und LEH.“