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Deutschland: Pilzproduktion wächst leicht

Pilze sind im Alltag vieler Konsumenten angekommen. Das zeigt sich dem Grünen Medienhaus (GMH) zufolge an den aktuellen Marktzahlen. Die deutsche Speisepilzproduktion ist 2025 leicht gewachsen: Rund 78.400 t wurden in Deutschland geerntet. Das sind 1 % mehr als im entsprechenden Vorjahr und 4,4 % mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Angedeutete Tabelle mit Taschenrechner und Pilzen im Hintergrund
© GMH/BDC

Der Champignon bleibt mit großem Abstand der wichtigste unter den Kultur-Speisepilzen. Mit rund 76.800 t machte er 2025 knapp 98 % der deutschen Speisepilzernte aus und lag erneut um etwa 1,4 % über dem Vorjahr. Bei den Spezialpilzen wurden Kräuterseitlinge erstmals separat ausgewiesen, mit einer Erntemenge von etwa 1.200 t. Zudem wurden laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) 279 t Austernseitlinge geerntet. Die Erntemengen von Shiitake und sonstigen Spezialpilzkulturen waren für 2025 nicht angegeben.

Spezialbetriebe mit großem fachlichem Know-how

Für die professionelle Erzeugung von Speisepilzen sei großes fachliches Know-how gefragt, heißt es in der GMH-Mitteilung. Die Produktion erfolgt daher in spezialisierten Betrieben. 2025 waren es nach Angaben des BMLEH bundesweit 31 Betriebe mit insgesamt rund 356 ha Erntefläche. Die wichtigsten Anbauregionen liegen nach wie vor in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Anders als Wildpilze haben Kulturpilze praktisch das ganze Jahr Saison: Sie wachsen unter kontrollierten Bedingungen in speziellen Räumen beziehungsweise Hallen und sind dadurch unabhängig von Wetter und klassischer Erntezeit verfügbar. Verbraucher könnten somit das ganze Jahr über frische Speisepilze aus deutscher Produktion genießen, so das GMH.

Eine Frage der Herkunft

Champignons gehören zu den beliebtesten Speisepilzen in Deutschland. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden hierzulande rund 156.700 t Champignons abgesetzt. Das sind im Durchschnitt 1,9 kg pro Kopf. In dieser Versorgungsbilanz sind allerdings auch verarbeitete Produkte wie Konserven enthalten. Der übrige Bedarf wurde vor allem durch Importe gedeckt. Insgesamt wurden 2024/25 rund 108.500 t Champignons eingeführt. Diese Zahl umfasst ebenfalls frische und verarbeitete Ware.

Für den Frischmarkt falle das Bild deutlich heimischer aus, erläutert das GMH: Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) kauften 100 private Haushalte in Deutschland von Januar bis Juli 2025 insgesamt 122,1 kg frische Champignons. Davon stammten 70,6 kg aus deutscher Produktion. Das entspricht einem Anteil von 58 %.

Unsichere Marktbedingungen und steigende Kosten belasteten die Branche hierzulande und wirkten einem Ausbau der Kapazitäten entgegen. Vor allem Löhne und Energie trieben die Produktionskosten für die Betriebe in Deutschland in die Höhe, heißt es weiter.

Champignons bleiben Dauerbrenner im Supermarkt

Dennoch bestätige der Blick in die Einkaufsstätten die Beliebtheit von Speisepilzen, so das GMH: Von Anfang Januar bis Mitte September 2026 wurden laut AMI frische Pilze 880-mal in Angebotsaktionen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels beworben. Fast drei Viertel davon entfielen auf Champignons.
Für Verbraucher sind Pilze ein unkompliziertes Ganzjahresprodukt mit wachsender Sortimentsvielfalt, betont das GMH. Der klassische Champignon bleibe dabei die unangefochtene Nummer eins, während Kräuter- und Austernseitlinge, Shiitake & Co. für neue Geschmackserlebnisse sorgten. Wer beim Einkauf auf die Herkunft achte, könne gezielt deutsche Ware wählen – und so die heimische Produktion unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Bei Pilzen made in Germany zahlten sich kurze Transportwege in Qualität und Frische aus.