Das antimikrobielle Peptid Ctx(Ile21)-Ha zeigte in früheren Untersuchungen Wirkung gegen bestimmte Bakterien und Pilze; für die aktuelle Studie wurde es jedoch synthetisch im Labor nachgebaut, wie das Team in der Fachzeitschrift Applied Food Research berichtet; für die Versuche mussten also keine echten Frösche eingesetzt werden.
Für die Studie wurden Erdbeeren der Sorte Oso Grande in Lösungen mit unterschiedlich konzentriertem Peptid-Gehalt getaucht und anschließend sechs Tage bei 5 °C gelagert. Untersucht wurden unter anderem pH-Wert, Säuregehalt, Zuckergehalt, Festigkeit sowie der Gehalt an Vitamin C und Phenolen der Früchte.
Positives Fazit für die Fruchtfestigkeit
Das zentrale Ergebnis: Die meisten Qualitätsveränderungen, etwa der natürliche Rückgang von Vitamin C und Phenolen sowie der steigende pH-Wert, seien vor allem durch die Lagerzeit selbst verursacht worden, nicht durch das Peptid. Das Team beobachtete jedoch, dass die höchste getestete Peptid-Konzentration dazu beitrug, die Fruchtfestigkeit über die Lagerzeit besser zu erhalten als in der unbehandelten Kontrollgruppe. Am Ende der Lagerung erreichten die mit der höchsten Peptid-Konzentration behandelten Früchte demnach die höchste gemessene Festigkeit. Auch das Verhältnis von Zucker zu Säure sei bei behandelten Proben „zu bestimmten Zeitpunkten“ günstiger ausgefallen. Bei der CO2-Abgabe der Früchte habe sich hingegen kein einheitlicher Effekt des Peptids zeigen lassen, da die Messwerte stark schwankten.
Weiterhin „erhebliche Forschungslücken“
„Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse bestehen weiterhin erhebliche Forschungslücken“, schreiben die Forschenden in der Zusammenfassung ihrer Studie. Sie sehen die Ergebnisse als Hinweis auf das Potenzial des Peptids als Mittel zur Haltbarkeitsverlängerung, betonen aber, dass in der vorliegenden Studie keine direkten mikrobiologischen Tests durchgeführt wurden, weshalb der eigentliche antimikrobielle Effekt gegen typische Erdbeer-Krankheitserreger noch nicht belegt ist.
Auch die Langzeitstabilität, Wechselwirkungen oder sensorische Auswirkungen auf behandelte Früchte müssten weiter untersucht werden, ebenso wie die Skalierbarkeit sowie regulatorische Fragen für eine praktische Anwendung in der Lebensmittelindustrie. Ebenso gelte es, potenzielle Synergieeffekte mit anderen Methoden zur Verlängerung der Haltbarkeit zu bewerten, z.B. verzehrbaren Beschichtungen oder der Verpackung unter modifizierter Atmosphäre.
Das Peptid stelle in jedem Fall ein mögliches Mittel dar, das weiter untersucht werden sollte, so die Forschenden abschließend.
Die gesamte Studie lässt sich hier nachlesen: zur Studie