Dr. Corzo-Remigio erklärte, dass Grünkohl, Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Senf und Rosenkohl bereits dafür bekannt seien, Thallium anzureichern, und daher hinsichtlich potenzieller Risiken für die Gesundheit von Verbrauchern und die Umwelt genau überwacht würden.
Trotz dieses Bewusstseins, so Dr. Corzo-Remigio, gebe es einen deutlichen Mangel an Forschung zu den Mechanismen der Thalliumaufnahme und dem Potenzial, diese Eigenschaft für die Mineralgewinnung zu nutzen.
„Thallium ist extrem giftig, aber es ist auch ein wertvolles und für die Industrie unverzichtbares Metall, das in medizinischen Technologien, optischem Glas und Halbleitern verwendet wird“, sagte Dr. Corzo-Remigio. „Obwohl sie also ein erhebliches Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen, könnten viele dieser Brassicaceae-Pflanzen eine klare Chance für den nachhaltigen Bergbau bieten.“
Mithilfe fortschrittlicher Analysetechniken fanden Dr. Corzo-Remigio und Forscher am Sustainable Minerals Institute (SMI) der UQ heraus, dass Brassica oleracea – oder Grünkohl – Thallium in kristalliner Form anreichert und daher für metallurgische Gewinnungsverfahren geeignet sein könnte.
„Durch den gleichzeitigen Einsatz von Mikro-Röntgenfluoreszenz (μXRF) und Röntgendiffraktionskartierung (XDM) an lebenden Grünkohlpflanzen erhielten wir einen beispiellosen Einblick, wie und wo sich Thallium in diesen Pflanzen befindet“, sagte Dr. Corzo-Remigio. „Insbesondere fanden wir Thalliumchlorid-Kristallablagerungen entlang der Blattadern im Inneren der Blätter. Dies deutet auf ein Potenzial für Phytomining und möglicherweise eine nachhaltige Thalliumversorgung hin.“
Experten für Phytomining und biologische Sanierung am Centre for Environmental Responsibility in Mining der SMI erklärten, dass unkonventionelle Abbaumethoden wie das Phytomining entscheidend dafür sein werden, bestimmte Metalle zu sichern, die für den Fortschritt medizinischer Technologien und den Übergang unserer Wirtschaft zu einer Versorgung mit erneuerbaren Energien benötigt werden.
Dr. Corzo-Remigio sagte, dass das Phytomining mit Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) auch das Potenzial habe, zur Bewältigung neuer Umweltprobleme beizutragen, die durch Bergbauaktivitäten entstehen. „Es besteht ein doppelter Bedarf, Böden zu sanieren und wiederherzustellen und gleichzeitig kritische Elemente auf möglichst nachhaltige Weise bereitzustellen. „Es sieht so aus, als könnten Pflanzen aus der Familie der Brassicaceae Teil der Lösung sein“, sagte Dr. Corzo-Remigio.