2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Belgien: PTI Kortrijk eröffnet Hightech-Gewächshaus für den Gartenbau von morgen

Das Provinciaal Technisch Instituut (PTI) im belgischen Kortrijk hat eine neue Gewächshausanlage mit einer Fläche von 2.360 m² eröffnet. Darüber berichtete der flämische Agrarnachrichtendienst VILT. Die neue Infrastruktur soll die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen des Gartenbaus von morgen vorbereiten. 

Aufnahme eines Gewächshauses für Paprika von innen.

Neben klassischen Anbauverfahren stehen dem Bericht zufolge auch innovative Technologien wie Vertical Farming, Aquakultur und Robotik auf dem Programm. Das neue Gewächshaus wurde nach dem international verbreiteten ‚Venlo-Modell‘ errichtet, einem Standard für professionelle Gewächshausanlagen. Zusätzlich wurde auf dem Dach des Unterrichtsgebäudes ein Dachgewächshaus eingerichtet. Weitere 500 m² bestehender Gewächshausfläche wurden saniert. Eine 930 m² große Folien-Anlage bleibt für den Anbau im Freilandbereich in Nutzung. Alle 620 Schülerinnen und Schüler des Campus können dort klassische und innovative Anbaumethoden praktisch anwenden und miteinander vergleichen. Das Gewächshaus dient damit nicht nur der Produktion, sondern vor allem als Lern- und Experimentierumgebung. Neben dem klassischen Gartenbau werden auch Zukunftstechnologien wie Vertical Farming, Aquakultur und Robotik vermittelt. Die Anlage ist zudem auf künftige Anwendungen etwa im Bereich künstliche Intelligenz und Automatisierung vorbereitet. Damit will das PTI auf die zunehmende Technologisierung des Gartenbaus reagieren. „Mit dieser neuen Infrastruktur geben wir den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, selbst zu forschen, zu experimentieren und praktische Erfahrungen in einer professionellen Lernumgebung zu sammeln“, erklärt Jean de Bethune, für das PTI zuständiger Abgeordneter der Provinz Westflandern gegenüber VILT. Die neue Infrastruktur soll darüber hinaus Kooperationen mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern aus der Gartenbaubranche ermöglichen.

Wassereffizienz im Mittelpunkt

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der effiziente und nachhaltige Umgang mit Wasser. Die Pflanzen werden nicht mehr direkt im Boden kultiviert, sondern auf einem befestigten Untergrund. Das Wasser wird von unten über Rinnen zugeführt. Überschüssiges Wasser wird aufgefangen, abgeleitet und gefiltert, bevor es erneut verwendet wird. Dadurch soll der Wasserverbrauch sinken und Verschwendung vermieden werden. Auch Regenwasser spielt dabei eine zentrale Rolle. Auf dem Campus wird es in drei Silos mit jeweils 600.000 l Fassungsvermögen gesammelt. Neben den Gewächshäusern entsteht zudem eine Grünzone  mit einer sogenannten Wadi, in der überschüssiges Regenwasser versickern kann.