Belgien: Photovoltaik und Beerenanbau – erste Ergebnisse stimmen optimistisch
Erste Versuchsergebnisse aus Belgien zeigen Potenzial von Photovoltaikanlagen über Himbeerkulturen. Auch ein Praxisbetrieb mit Heidelbeeren zieht nach zwei Jahren eine positive Bilanz – trotz geringerer Flächenerträge. Wie der flämische Agrarnachrichtendienst VILT berichtet, bietet die Kombination von Photovoltaik und Beerenobstanbau interessante Perspektiven für eine ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Obstproduktion.
Erste Ergebnisse eines Versuchs des limburgischen Forschungszentrums für Obstbau (pcfruit) in Belgien zeigen, dass Agrivoltaik-Systeme den Wasserverbrauch reduzieren, die Fruchtqualität verbessern und möglicherweise die Ernteperiode verlängern können. Untersucht werden vier unterschiedliche Photovoltaiksysteme mit Herbsthimbeeren der Sorte Kwanza. Durch die Beschattung verdunsten die Pflanzen weniger Wasser. Zudem entwickelten sie längere, qualitativ hochwertige Triebe als unter herkömmlichen Regenschutzdächern. Auch beim Fruchtanteil der Qualitätsklasse 1 wurden bislang bessere Ergebnisse erzielt. Allerdings hängt der Gesamtertrag stark von der jeweiligen Modulbauweise ab: Während einige Systeme vergleichbare Erträge wie herkömmliche Kunststoffüberdachungen erreichen, führen andere aufgrund einer zu starken Lichtreduktion zu Ertragseinbußen.
Günstiges Mikroklima
Die Messungen zeigen, dass unter einem konventionellen Regenschutzdach rund 70 % des Sonnenlichts die Pflanzen erreichen. Bei einer Agrivoltaik-Anlage mit 50 % Transparenz sind es lediglich etwa 30 %. Gleichzeitig entsteht unter den Solarmodulen ein günstigeres Mikroklima. Die Temperaturen liegen durchschnittlich ein Grad Celsius niedriger als unter Regenschutzdächern, an sehr heißen Tagen sogar bis zu drei Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit bleibt hingegen weitgehend unverändert. Neben einer besseren Hitzetoleranz der Pflanzen profitieren davon auch die Arbeitsbedingungen für die Erntehelfer. Zudem könnte sich die Ernteperiode verlängern und damit das regionale Marktangebot an Himbeeren erweitern.