„Unsere Forschung hat sich in diesen Bereichen in den vergangenen Jahrzehnten stark erweitert. Das erfordert nicht nur mehr Platz, sondern auch eine spezifische Infrastruktur“, erklärte Mia Demeulemeester, geschäftsführende Direktorin von Inagro.
Die Baustelle von Inagro auf dem Gelände im westflämischen Roeselare zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Die neue Investition wurde dort dem flämischen Minister für Umwelt und Landwirtschaft Jo Brouns, dem westflämischen Provinzialrat für Land- und Gartenbau Bart Naeyaert sowie dem Bürgermeister von Roeselare, Kris Declercq, vorgestellt. Das neue Gebäude wird die frühere Gemüsehalle ersetzen, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprach.
„Es gibt eine Entwicklung hin zu Forschungsfragen im Ackerbau, bei Futterpflanzen und im Freilandgemüsebau, die nicht mehr ausschließlich auf dem Feld beantwortet werden können“, so Demeulemeester. Die neue Versuchsfeld-Halle bietet die Infrastruktur, um diese Forschungslinien weiter auszubauen. „Forscher und Techniker werden dort sowohl Untersuchungen zu nachhaltigen Lagertechniken, Nachernteverarbeitung und Qualitätsbewertung durchführen können, als auch zu integrierten Pflanzenschutzstrategien und kamerabasierten Bewertungen.“
Mehr Effizienz
Künftig werden die Abläufe am Standort Inagro auch effizienter organisiert sein. „Viele Aktivitäten sind derzeit über das Gelände verteilt. Indem wir sie in einem Gebäude zusammenführen, werden die Arbeitsprozesse logischer aufgebaut und besser aufeinander abgestimmt“, erläuterte Demeulemeester. „Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Qualität der Forschung.“ Darüber hinaus hat die neue Halle den Vorteil, dass alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Freilandkulturen unter einem Dach gebündelt werden. So wird es eine Praxishalle für Kartoffeln geben, aber auch eine für neue Kulturen wie Eiweißpflanzen. „Außerdem werden fünf Klimakammern für Forschung unter kontrollierten Bedingungen sowie eine neue Kühl- und Lagerinfrastruktur vorhanden sein“, heißt es.
Laut Naeyaert ist die Investition von großer Bedeutung für die Provinz: „Ackerbau und Freilandgemüsebau sind in Westflandern stark vertreten. Mehr als zwei Drittel des Freilandgemüses und die Hälfte der Kartoffeln in Flandern werden in Westflandern angebaut. In praxisorientierte Forschung zu investieren heißt, in die Zukunft unserer Landwirte und unserer Agrar- und Lebensmittelkette zu investieren.“
Die Gesamtkosten für den Bau der Halle belaufen sich auf 9,5 Mio Euro und werden sowohl von der flämischen Regierung als auch von der Provinz Westflandern unterstützt. „Stark praxisorientierte Forschung braucht eine starke Infrastruktur“, so Minister Jo Brouns. „Mit der VLIF-Rahmenförderung unterstützen wir Investitionen von Praxiszentren, die nahe an den Landwirten arbeiten und neue Erkenntnisse in anwendbare Lösungen für die Praxis umsetzen.“ Seiner Ansicht nach wird die neue Halle von Inagro ein entscheidendes Bindeglied in der Forschung zu Freilandkulturen sein – vom Feld bis zur Nachernte.