Obwohl zu Beginn der Lagermöhrensaison 2025/26 mit dem Vorjahr vergleichbare oder sogar leicht höhere Feld- und Lagerbestände im Dezember 2025 zu Buche standen, konnte der deutsche Markt nicht im gleichen Maß mit im Inland produzierten Möhren versorgt werden wie noch ein Jahr zuvor. Zum einen haben anhaltende Frostperioden zu Verlusten bei den Feldbeständen geführt, zum anderen blieb die Lagerstabilität der Möhren hinter den Erwartungen zurück. Trotz der daraus resultierenden geringeren Menge an vermarktungsfähigen Möhren, stand der deutsche Möhrenmarkt bis zuletzt eher leicht unter Druck. Die Angebotssituation änderte sich schlagartig, als zuerst auf Bio-Möhren und drei Wochen später auch auf konventionell erzeugte Möhren aus Südeuropa zurückgegriffen werden musste. Langanhaltende Regenfälle und niedrige Temperaturen hatten im Winter bis in den März hinein vor allem in Spanien aber auch in anderen Mittelmeerstaaten zu Feldverlusten, Wachstumsverzögerungen und verminderten Qualitäten geführt. So standen weniger Möhren als geplant für den Export zur Verfügung.
Kaufinteresse nahm ab
Das höhere Preisniveau bekamen auch die Verbraucher zu spüren. Nicht nur durch höhere Verkaufspreise im Regelangebot, auch die Anzahl an Werbeaktionen ging spürbar zurück. Laut AMI Verbraucherpreisspiegel führte dies in der 20. Woche zu einem um 33 % höheren Preisniveau als in der Vorjahreswoche. Zusammen mit diesen beiden Faktoren führten weitere Einflüsse dazu, dass das Kaufinteresse der privaten Haushalte sank. Obwohl dieses Phänomen jedes Jahr zu beobachten ist, fiel die Kaufzurückhaltung in diesem Jahr besonders deutlich aus und erinnert an die Importsaison im Frühjahr 2023. Nicht nur die Anzahl an kaufenden Haushalten ging zuletzt zurück, auch die eingekaufte Menge je Käuferhaushalt nahm ab.
Die ersten Bundmöhren aus deutscher Produktion sind in der 19. Kalenderwoche geerntet worden. Mit der 24. Woche werden die ersten Mengen an deutschen Gewichtsmöhren aus dem konventionellen Anbau erwartet. Die Bestände haben sich gesund und dicht entwickelt, so dass bisher einem erfolgreichen Start der deutschen Möhrensaison nichts im Wege steht. AMI