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50 Jahre Apfelkabinett: Heimischer Obstbau zu Gast bei Bundeskanzler Friedrich Merz

Ein halbes Jahrhundert Apfelkabinett: Vertreterinnen und Vertreter des deutschen Obstbaus haben kürzlich im Bundeskanzleramt frisch geerntete deutsche Äpfel überreicht – eine Veranstaltung, die es seit nunmehr 50 Jahren gibt. 

Deutche Obstbranche im Bundeskanzleramt
© DRV/BVEO

Gemeinsam mit Apfel- und Blütenhoheiten aus den bedeutenden deutschen Anbauregionen waren der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), Dr. Christian Weseloh, sowie der ehrenamtliche Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Jochen Westermann, bei Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast. Sie überreichten Merz und den Kabinettsmitgliedern rund 300 Kilogramm frisch geerntete Äpfel unterschiedlicher Sorten. Mit dabei waren unter anderem Elstar, Red Jonaprince, Holsteiner Cox, Roter Boskoop und Gala. Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen und zugleich das mit Abstand bedeutendste heimische Baumobst. Seit 1976 steht das Apfelkabinett für den Auftakt der neuen Apfelsaison und die Wertschätzung der heimischen Obsterzeugung. „50 Jahre Apfelkabinett sind 50 Jahre Anerkennung für die Leistungen unserer Apfelbäuerinnen und Apfelbauern. Dass diese Tradition seit der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt gepflegt wird, ist ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die gesamte deutsche Obstbranche“, betonte Dr. Weseloh. „Der Apfel steht wie kaum ein anderes Lebensmittel für gesunde Ernährung, Regionalität und die Leistungsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft. Wir freuen uns sehr, dass der Bundeskanzler dieser Bedeutung auch im Jubiläumsjahr persönlich Ausdruck verleiht.“

Viele Herausforderungen  

Das Jubiläum fällt in ein herausforderndes Jahr für die deutschen Obsterzeuger und die Betriebe. Nach der besonders guten Apfelernte 2025 wird in diesem Jahr mit einer deutlich geringeren Erntemenge gerechnet. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes erwarten die Betriebe rund 934.000 t Äpfel - knapp 18 % weniger als im Vorjahr und 5 % weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Insbesondere die anhaltende Trockenheit und außergewöhnliche Hitze haben den Früchten zugesetzt. Gleichzeitig steht der heimische Obstbau wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Während die Erzeugerpreise weitgehend stagnieren, steigen die Kosten für Personal, Energie und Betriebsmittel. Hinzu kommen zunehmende bürokratische Belastungen und Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Produzenten. „Unsere Obstbaubetriebe leisten jeden Tag Enormes. Sie erzeugen hochwertige Lebensmittel, sichern Arbeitsplätze und erhalten die Kulturlandschaften unserer Regionen. Doch diese Leistungen müssen sich auch wirtschaftlich rechnen“, erklärte Jochen Westermann. „Wenn wir auch in Zukunft Äpfel aus heimischem Anbau haben wollen, müssen wir jetzt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Erzeugerbetriebe stärken.“