von Inga Detleffsen 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Von Linsensuppe zum Lifestyle: Hülsenfrüchte als potenzieller Gen Z-Trend?

Hülsenfrüchte: je nach Generation liegt da manchmal der Gedanke an ungeliebte Teller mit Linsensuppe aus der Kindheit nah.

Hülsenfrüchte mit Erbsen und Linsen
© Printemps - AdobeStock

Doch Hülsenfrüchte genießen bei jungen Erwachsenen in Deutschland ein positives Grundimage, wie eine aktuelle Studie von Anke Zühlsdorf, Sophie Dorothe Lieke und Achim Spiller von der Agentur für Verbraucherforschung und Lebensmittelmarketing Zühlsdorf + Partner im Rahmen des Forschungsprojekts StrahL zeigt. Für die Online-Erhebung wurden 1.051 junge Erwachsene im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland befragt. Als positiv gelten Hülsenfrüchte den Ergebnissen zufolge unter anderem als proteinreich, ballaststoffreich, reich an Vitaminen und Mineralstoffen, sättigend, passend zu Sport und Fitness sowie umweltfreundlich.

Ausbaufähig sei dagegen die Alltagsintegration: Für viele gehörten Hülsenfrüchte noch nicht selbstverständlich zur gewohnten Ernährung, nur ein Teil koche sie regelmäßig, bei der Zubereitung bestünden Unsicherheiten, und für einen Teil der Befragten blieben sie in puncto Attraktivität eher uninteressant.

In der Food-Kommunikation drehen sich die Themen junger Menschen laut Studie vor allem um "Easy" (44 %), "Enjoy" (39 %) und "Real Food/Clean" (39 %), gefolgt von "Health" und "Performance" (je 35 %). Hülsenfrüchte seien zwar an viele dieser Themen anschlussfähig, doch nur 16 % der Befragten sprechen oder posten den Angaben zufolge häufig über Hülsenfrüchte, und nur 23 % achten sehr oder eher darauf, viele Hülsenfrüchte zu essen.

Die Studie identifiziert zudem drei Gruppen mit unterschiedlichen Rollen in der Food-Kommunikation: "Social-Media-aktive Foodies" (38 %), die vor allem Sichtbarkeit schaffen; "Ernährungskompetente Opinion Leaders" (27 %), die laut Studie das positivste Bild von Hülsenfrüchten haben und über Empfehlungen Glaubwürdigkeit schaffen; sowie "Alltagsorientierte Pragmatiker" (35 %), für die vor allem Alltagstauglichkeit entscheidend sei – sie bräuchten einfache, leckere, bezahlbare und gelingsichere Angebote.

Mit einfachen Angeboten zum selbstverständlichen Bestandteil der Ernährung

Auch die Kochgewohnheiten spielen bei der Integration von Hülsenfrüchten eine wichtige Rolle: So gaben 51 % der Befragten an, regelmäßig einen Airfryer bzw. eine Heißluftfritteuse zu nutzen. 36 % erklärten, 3–4-mal pro Woche zu Hause selbst gekochte Mahlzeiten zu verzehren. 

Um den Anteil von Hülsenfrüchten zu stärken, empfiehlt das Team Zühlsdorf/Lieke/Spiller, sie vom „ernährungspolitisch ‚richtigen‘ Lebensmittel“ zu einem leckeren und selbstverständlichen Bestandteil der Ernährungskultur zu machen. Dafür gelte es, an die o.g. Kommunikationsinteressen junger Menschen anzuknüpfen: 

Hülsenfrüchte seien einfach, bezahlbar, schnell, gelingsicher, die Kategorie „Easy“ somit erfüllt. Sie seien lecker, sättigend, belohnend und Soul-Food-tauglich: auch an „Enjoy“ könne somit ein Haken gemacht werden. Als wenig verarbeitete Zutat seien Hülsenfrüchte zudem „Real Food“, böten viele Proteine und Ballaststoffe (was den Themen Health/Performance zugute kommt) und sind als pflanzliche Nahrungsmittel auch in der Kategorie „Sustainable“ weit vorn. 

„Hülsenfrüchte werden normal, wenn viele Akteure gleichzeitig daran arbeiten, dass sie zu selbstverständlichen Alltagszutaten werden: Bessere Angebote, einfache Rezepte, gute Sensorik, sichtbare Vorbilder und glaubwürdige Übersetzung in den Alltag“, lautet das Fazit der drei. 

Die vollständige Jugendstudie von Zühlsdorf + Partner können Sie hier downloaden: zur Studie