Nach Ansicht der unterzeichnenden Organisationen leistet die gesamte Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Wirtschaft. Sie verweisen darauf, dass die Branche eine Bruttowertschöpfung von mehr als einer Billion Euro erwirtschaftet und zugleich eine wichtige Rolle für Ernährungssicherheit, Resilienz und die strategische Autonomie Europas spielt.
Konkret richtet sich die Kritik gegen einen Entwurf des Industrieausschusses (ITRE) des Europäischen Parlaments. Dieser sieht vor, den von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Förderbereich „Gesundheit, Biotechnologie, Landwirtschaft und Bioökonomie“ durch einen breiter gefassten Schwerpunkt „Sustainable Prosperity“ zu ersetzen. Die Verbände befürchten, dass Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft dadurch einen weniger direkten Zugang zu Fördermitteln des ECF erhalten könnten.
Die Unterzeichner verweisen darauf, dass sowohl der Rat der Europäischen Union als auch der Agrarausschuss (AGRI) des Europäischen Parlaments den ursprünglichen Vorschlag der Kommission mit einem eigenen Förderfenster für „Gesundheit, Biotechnologie, Landwirtschaft und Bioökonomie“ unterstützen. Zudem seien mehr als 100 fraktionsübergreifende Änderungsanträge eingebracht worden, die eine stärkere Einbindung des Sektors in den Wettbewerbsfonds zum Ziel haben.
In ihrer Erklärung fordern die Verbände das Europäische Parlament auf, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft im künftigen Wettbewerbsfonds mit ausreichenden finanziellen Mitteln und einer eigenständigen Governance zu berücksichtigen. Investitionen entlang der gesamten Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette seien aus ihrer Sicht ein Beitrag zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Resilienz der Europäischen Union.