von Daphne Schmidt 4 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Valencia erwartet in der Saison 2026 wieder kleine Kakiproduktion

Nach Schätzung der valencianischen Agrarorganisation La Unió Llauradora wird die Kakiproduktion im Land Valencia in der Saison 2026 rund 240.000 t erreichen. 

Kakibäume auf dem Feld
© La Unió Llauradora

Das ist im Vergleich zur vergangenen Kampagne ein Rückgang von etwa 34 % und stellt den niedrigsten Wert des vergangenen Jahrzehnts dar. Die Lage ist aber nicht einheitlich, und in bestimmten Anbaugebieten könnten die Fehlmengen deutlich höher ausfallen.

Aus agronomischer Sicht haben sich die widrigen Wetterbedingungen auf das physiologische Verhalten der Bäume ausgewirkt. Der natürliche Fruchtfall war in diesem Jahr in vielen Fincas ungewöhnlich stark, was zu einer übermäßigen natürlichen Ausdünnung und einer erheblichen Verringerung des Behangs der Bäume geführt hat. Hinzu kommen die hohen Temperaturen und Hitzewellen, die zu Sonnenschäden oder Verbrennungen an den Früchten geführt haben. Auch die letzten Gewitter haben die Ernte in den meisten Anbaugebieten schwer beeinträchtigt. Das Problem in dieser Saison wird sich nicht nur auf eine kleinere Kakiproduktion beschränken, sondern kann auch zu einem kommerziellen Qualitätsverlust und Anstieg der Abfallmengen führen.

Entwicklung von Schädlingen verschärft Situation

Zu dieser Situation kommt La Unió zufolge die Besorgnis um die Entwicklung bestimmter Schädlinge hinzu. Der Sektor hat weiterhin erhebliche Schwierigkeiten bei der Bekämpfung der Wollläuse, vor allem Pseudococcus longispinus, sowie verschiedene Arten der Weißen Fliege, darunter Dialeurodes citri, Paraleyrodes minei und Aleurothrixus floccosus.

Sie ist weiter der Ansicht, dass es nicht zumutbar ist, vom Erzeuger eine wirksame Schädlingsbekämpfung zu verlangen, während ihm immer weniger Mittel dafür zur Verfügung stehen. Auch wenn diese Probleme nicht zwangsläufig zu einem direkten Rückgang der ursprünglichen Schätzung führen, können sie doch Schäden an den Früchten verursachen und den Verderb erhöhen, wodurch die letztendlich vermarktbare Ernte noch geringer ausfällt.

Die Agrarorganisation warnt zudem davor, dass weniger Kilo pro Hektar, höhere Produktionskosten, mehr Pflanzenschutzmaßnahmen, ein höherer Wasserverbrauch sowie steigende Kosten für Energie, Diesel und Düngemittel die Gewinnmargen der Betriebe unter Druck setzen. Die hohen Temperaturen zwingen zudem dazu, die Bewässerungshäufigkeit auf vielen Fincas zu erhöhen.

Preissteigerung garantiert keine Rentabilität

LA UNIÓ hofft, dass die Preise auf einem Niveau bleiben, das es ermöglicht, das geringere Angebot zumindest teilweise zu kompensieren, warnt jedoch davor, dass eine eventuelle Preissteigerung allein noch keine Rentabilität der Betriebe garantiert. „Es hat keinen Sinn, nur auf den Kilopreis zu schauen; die Rentabilität berechnet sich aus den Kilos, die der Erzeuger letztendlich verkaufen kann, und den Produktionskosten“, erklärte die Organisation.

Aus diesem Grund fordert LA UNIÓ die zuständigen Behörden auf, Ausnahmegenehmigungen für Pflanzenschutzmittel zu erteilen, wenn keine ausreichend wirksamen Alternativen zur Verfügung stehen, insbesondere zur Bekämpfung von Blattläusen und Weißen Fliegen. Zu den vom Sektor vorgeschlagenen Lösungen gehören u.a. Acetamiprid gegen diese Schädlinge und Cyantraniliprol gegen die Weiße Fliege.

Sie hält es außerdem für notwendig, die angewandte Forschung und den Transfer der Ergebnisse an die Erzeuger zu verstärken, die Verfügbarkeit wirksamer Lösungen zu beschleunigen und die biologische Schädlingsbekämpfung weiter voranzutreiben, ohne diese jedoch als eine Alternative zu präsentieren, die allein alle aktuellen Pflanzenschutzprobleme lösen kann.

Wichtige Rolle bei Diversifizierung

Für LA UNIÓ geht das Problem der Kaki aber über die aktuelle Saison hinaus. Der Anbau hat in vielen Gebieten Valencias eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung der Landwirtschaft und der Schaffung wirtschaftlicher Aktivität gespielt, und die Produktion von Zitrusfrüchten und anderen Kulturen ergänzt – in einigen Regionen sogar als einzige Anbaualternative.

„Kakis waren eine Alternative, die die Landwirtschaft und Ökonomie vieler valencianischer Anbaugebiete diversifiziert hat. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Kultur, die Chancen und landwirtschaftliche Aktivität geschaffen hat, nach und nach an Rentabilität verliert, weil den Erzeugern die notwendigen Werkzeuge fehlen, um die Probleme im Anbau zu bewältigen“, betonte LA UNIÓ.

Die Organisation weist auch darauf hin, dass es wichtig ist, dass die Verbraucher akzeptieren, Kakis mit Flecken auf der Schale zu finden, da es sich um eine besonders empfindliche Frucht handelt. Diese äußerlichen Veränderungen haben weder Auswirkungen auf die organoleptische Qualität noch auf die inneren Eigenschaften der Frucht, weshalb ihre Akzeptanz eine bessere Verwertung der Ernte ermöglichen und die Verschwendung verringern würde.