Nach Angaben von Branchenvertretern kann die Wettbewerbsfähigkeit nur durch höhere Effizienz und den verstärkten Einsatz intensiver Anbautechnologien erhalten werden. Wie Dr. Ferenc Apáti, Präsident von FruitVeB, der ungarischen Interbranch-Organisation für Obst und Gemüse, erklärt, hat sich die Produktionsmenge in den vergangenen Jahren bei rund zwei Millionen Tonnen stabilisiert. In den Jahren 2000 bis 2010 lag sie noch bei etwa 2,5 Mio t. Parallel dazu gehen dem Bericht zufolge die Exporte zurück, während die Importe steigen – Ungarn ist, so heißt es, immer weniger in der Lage, den eigenen Markt aus heimischer Produktion zu versorgen.
„Bestimmte Schadwirkungen können nur noch durch kostenintensive Maßnahmen gemildert werden. Die gesamte Anbaufläche müsste bewässert sein, zudem müssen Plantagen mit Frost- und Hagelschutzsystemen ausgestattet werden“, so Apáti gegenüber ‚TradeMagazine Hungary‘. Besonders die Obstproduktion verzeichne seit anderthalb Jahrzehnten einen kontinuierlichen Rückgang. Rund 75 Prozent der heimischen Obstplantagen verfügen demnach über keine Bewässerung.
Nach Einschätzung von FruitVeB gelten 40 % bis 50 % der Anlagen als veraltet und langfristig nicht wettbewerbsfähig. Weitere 25 % bis 30 % seien entwicklungsfähig, während lediglich ein Viertel bis ein Drittel den Anforderungen moderner, intensiver Produktionssysteme entspreche. Auch der Gemüsesektor habe seit dem EU-Beitritt deutlich an Bedeutung verloren. Sowohl Anbauflächen als auch Produktionsvolumen sind stark zurückgegangen. Besonders kapital-, arbeits- und wissensintensive Kulturen im Freiland- und Gewächshausanbau verzeichneten Flächenverluste von 30 % bis 50 %, berichtet ‚TradeMagazine Hungary‘.