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Ungarn: Frost zerstörte den Großteil der Obsternte 2025

Die ungarische Obstproduktion wurde 2025 von den schwersten Frostschäden seit Jahrzehnten getroffen. Laut dem Branchenverband FruitVeB wurden zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Ernte vernichtet, berichtet das Online-Magazin ‚Trade Magazin Hungary‘.

Kirschen am Baum

Bereits das Jahr 2024 hatte mit extremer Dürre und Hitze die Blütenknospen vieler Obstkulturen in Ungarn geschwächt. Als Anfang April 2025 starke Fröste einsetzten, trafen sie daher besonders empfindliche Bestände. Die Frostnächte vom 7. bis 8. April beschädigten dem Bericht zufolge rund 80 % bis 90 % der Plantagen. Ein weiterer Kälteeinbruch am 10. Mai in den nördlichen und östlichen Regionen verschärfte die Situation zusätzlich. Auch nach der Blüte sei das Wetter problematisch geblieben. Ein kühler und lichtarmer Mai beeinträchtigte den Fruchtansatz und das Größenwachstum der Früchte. Im Juni folgten Hitze, Dürre und eine hohe UV-Belastung, die insbesondere auf nicht bewässerten Plantagen weitere Qualitäts- und Mengenverluste verursachten. Zwar brachte der Juli wieder Niederschläge, doch die Schäden aus dem Frühjahr ließen sich nicht mehr ausgleichen.

Betroffene Kulturen 

Am stärksten betroffen waren Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche. Ihre Ernten brachen um 80 % bis 90 % ein, wodurch sich die Preise teilweise verdoppelten. Die Aprikosenproduktion sank von üblichen 20.000 t bis 30.000 t auf lediglich 2.000 t bis 4.000 t. Pfirsiche erreichten nur 5.000 t bis 8.000 t statt der üblichen 20.000 t bis 40.000 t und die Kirschernte fiel auf 2.000 t bis 3.000 t gegenüber normalen 10.000 t bis 12.000 t in normalen Jahren. Äpfel und Birnen hatten ebenfalls ein schwaches Jahr. Die Apfelernte sank auf rund 170.000 t, etwa die Hälfte des bereits niedrigen Vorjahreswertes und deutlich unter dem Bedarf von Verbrauchern und Verarbeitungsindustrie. Trotzdem blieben die Preise moderat, da Importe aus Polen den Markt stabilisierten, berichtet ‚Trade Magazin Hungary‘. Die Birnenernte schrumpfte von einem Potenzial von etwa 15.000 t auf nur noch 6.000 t bis 8.000 t.

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