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Spargel: Mitte März startet die Ernte im Südwesten

Dank des trockenen Herbstes und des kalten Winters konnten die Spargelpflanzen viel Energie einlagern. Durch den Temperatursprung von kalten Februartagen zu sehr sonnigen und recht warmen Frühlingstagen hat das Edelgemüse nun den Anreiz bekommen, kräftig zu sprießen. Mit den ersten Spargelstangen ist bereits Mitte März im Südwesten Deutschlands zu rechnen. Nennenswerte Erntemengen wird es ab dem 20. März zum kalendarischen Frühlingsbeginn geben.

Aus einem Spargelfeld ernten Arbeiter unter einer weißen Folie Spargel.
© VSSE - J. Roesner

Je nach Anbauart und Verfrühungsgrad wird es auch im Nordwesten Deutschlands bereits in diesem Zeitraum den ersten Spargel geben. Die Ostertage werden dann richtig zum Spargelfest, denn Spargelliebhaber und -liebhaberinnen werden aus dem Vollen schöpfen können. „Der trockene Herbst und sehr kalte Wintertage haben bei den Spargelpflanzen für eine optimale Energiespeicherung, eine gute Erholungsphase und gutes Wachstum gesorgt. Mit dem gefühlten Sprung vom Winter in den Sommer treiben die Spargelstangen nun üppig aus. Mit der unerwartet schnellen Erwärmung des Damms können wir mit einem Turbostart rechnen. Wenn es mit der Ernte los geht, dann wird es richtig losgehen. Zu Ostern erwarten wir ausreichend Spargel für alle“, resümiert Spargelanbauberater Dr. Ludger Aldenhoff. Auch Simon Schumacher, Geschäftsführer und Vorstandssprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. blickt der Spargelsaison optimistisch entgegen: „Nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre wird die Qualität der Spargelstangen unter den Witterungsbedingungen sehr gut sein. Es wird also wieder eine sehr genussvolle Spargelsaison werden.“

Selbstversorgungsgrad bei 82 Prozent

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) lag der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei Spargel im vergangenen Jahr bei 82 %. Damit ist weißer Spargel eine der wenigen Gemüsearten, die zu diesem hohen Grad in Deutschland erzeugt und auch verzehrt werden. „Der Kauf von heimischem Spargel sichert nicht nur die Selbstversorgung im eigenen Land, sondern ist auch nachhaltig und fair. Die kurzen Transportwege sparen eine Menge CO₂ ein. Laut dem Öko-Institut e.V. in Freiburg verursacht per Flugzeug importierter Spargel aus Peru rund 11 kg CO₂ Äquivalente (CO₂e), also verschiedene Treibhausgase in die Wirkung von Kohlendioxid (CO₂) umgerechnet, pro Kilogramm. Das ist ein 27fach größerer Fußabdruck im Vergleich zu 1 kg in Deutschland produzierten Spargel (0,4 kg CO₂ Äquivalente pro 1 kg Spargel). 32 % des Spargels werden laut dem peruanischen Institut für Spargel und Gemüse IPEH auf dem Luftweg importiert.

Rückblick auf die Saison 2025

Laut dem Statistischen Bundesamt fiel die Spargelernte 2025 deutschlandweit mit einer Erntemenge von 104.920 t um 3,9 % geringer aus als im vergangenen Jahr. In den vergangenen sieben Jahren konnten durchschnittlich rund 114.520 t Spargel pro Jahr geerntet werden. 2025 lag damit die Erntemenge 8,4 % unter diesem Durchschnitt. Die im Ertrag stehende Spargelanbaufläche hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 19.764 ha um rund 3 % auf 19.218 ha verkleinert. Der Ertrag wies mit 5,4 t/ha gegenüber 2024 einen sehr leichten Rückgang um 1,3 % auf. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr insgesamt 1.349 Spargelanbaubetriebe (2024: 1.357 Betriebe), die insgesamt 22.484 ha Anbaufläche (inkl. Junganlagen) bewirtschafteten. Die um 1,5 % kleinere Anbaufläche als 2024 und der Spargelanbauern um 0,6 % zeigen, dass sich der Rückgang in der Spargelbranche verlangsamt.
 

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