Die Studie untersuchte neun Jahre lang Daten zur Lieferkette und bewertete die Auswirkungen vom Obstgarten über die Kühllagerung bis hin zum Transport.
Obwohl Äpfel nach Bananen die am zweithäufigsten konsumierte Frucht im Vereinigten Königreich sind, decke die heimische Produktion nur etwa ein Drittel des Verbrauchs an frischen Äpfeln. Um die ganzjährige Nachfrage zu decken, werden Äpfel importiert, transportiert und oft über längere Zeiträume gekühlt gelagert – Prozesse, die ihren ökologischen Fußabdruck erheblich beeinflussen.
Die Apfelproduktion im Vereinigten Königreich sei weitgehend von Niederschlägen abhängig, was zu einem vernachlässigbaren Fußabdruck in Bezug auf die Knappheit von Wasser führe. Im Gegensatz dazu erfordern Importe aus wasserarmen Regionen wie Südafrika und Spanien Bewässerung, was zu wesentlich höheren Auswirkungen auf die Wasserknappheit führe.
In Bezug auf die Treibhausgasemissionen in der Produktionsphase weisen Äpfel aus Großbritannien, Europa und Chile pro Kilogramm ähnliche Werte auf. Allerdings mache die Kühllagerung nach der Ernte einen großen Teil der Gesamtemissionen aus. Wenn man den Langstreckentransport aus der Südlichen Hemisphäre mit einbeziehe, verursachen importierte Äpfel insgesamt deutlich höhere Emissionen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Umweltbilanz nicht nur davon abhänge, wie Äpfel angebaut werden, sondern auch davon, wie lange sie gelagert werden und wie weit sie transportiert werden.
Tim Hess, emeritierter Professor für Wasser- und Ernährungssysteme an der Cranfield University und Hauptautor der Studie, sagte: „Unsere Analyse zeigt, dass Beschaffungsentscheidungen eine Rolle spielen. Äpfel, die in Großbritannien und Nordeuropa angebaut werden, haben geringe Auswirkungen auf die Wasserknappheit und weisen gleichzeitig eine vergleichbare Treibhausgasbilanz auf. Dies unterstreicht den Wert der regionalen Beschaffung für das Management von Umweltkompromissen entlang der Lieferkette.“
Die Studie kam zu dem Schluss, dass in mehreren Phasen der Lieferkette bedeutende Reduzierungen erzielt werden können, darunter die Verbesserung der Lagereffizienz, die Umstellung auf kohlenstoffarme Energiequellen, die Optimierung der Logistik und Investitionen in eine nachhaltige Wasserwirtschaft, wo Bewässerung erforderlich sei.
Natalia Falagán, Dozentin für Lebensmittelwissenschaft und -technologie und Mitautorin der Studie, fügte hinzu: „Unsere Ergebnisse stellen die Vorstellung in Frage, dass Nachhaltigkeit in erster Linie im Obstgarten bestimmt wird. Die Lagerung nach der Ernte und die Energiebeschaffung können die Auswirkungen ebenso stark beeinflussen wie die Anbaubedingungen. Klimafreundliche Lieferketten erfordern eine Koordination, die weit über den Hof hinausgeht.“