Besonders stark sei der Rückgang bei lange beliebten britischen Grundnahrungsmitteln: Der Verzehr von Kohl ist um rund 80 % eingebrochen, der von Rosenkohl um 87 %, von Blumenkohl um 40 % und von Erbsen um 74 %. Im Gegensatz dazu haben Gemüsearten wie Zucchini, Gurken und Pilze im Vergleich zu den 1970er-Jahren an Beliebtheit gewonnen.
Diese Entwicklung vollziehe sich vor dem Hintergrund stark steigender Käufe von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Heute kauft der durchschnittliche Brite mehr als siebenmal so viele Gemüse-Fertiggerichte wie 1974, dazu kommt ein Anstieg von 560 % bei fleischbasierten Fertiggerichten. Der Konsum von Chips ist um 200 % gestiegen, von Speiseeis um 430 % und von Pizza um 177 %.
Führende Stimmen aus dem Ernährungsbereich warnen vor den Folgen.
Der Koch und Aktivist Jamie Oliver argumentiert, dass die Nation „nicht genug von den guten Dingen“ esse, und schlägt vor, dass das traditionelle Fünf-am-Tag-Ziel für Obst und Gemüse inzwischen überholt sei — er plädiert stattdessen für sieben bis zehn Portionen. Die Ernährungsberaterin Nichola Ludlam-Raine bezeichnet die Daten als „zutiefst besorgniserregend, aber nicht überraschend“ und verweist auf den raschen Anstieg hochverarbeiteter Lebensmittel und die von Bequemlichkeit geprägten Entscheidungen, die moderne Ernährungsgewohnheiten beeinflussen. Henry Dimbleby, Autor der britischen nationalen Ernährungsstrategie, fasst es knapp zusammen: „Unser Lebensmittelsystem macht es einfach und billig, das Schlechte zu essen, und teuer und schwierig, das Gute zu essen.“
Für Erzeuger, Importeure, Großhändler und Einzelhändler sind diese Trends ein eindeutiger Handlungsaufruf. Wenn traditionelle Gemüsearten an Beliebtheit verlieren, während verarbeitete Alternativen wachsen, muss der Sektor mehr tun, als nur Produkte bereitzustellen — er muss Verbraucher dazu inspirieren, sich dafür zu entscheiden.