von Fred Meintjes 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Südafrika ist Vorreiter beim Avocado-Export in Afrika

Die führenden afrikanischen Avocado-Erzeuger steigern ihre Erzeugungsmengen weiter, doch in vielen Ländern wird die Frucht nach wie vor überwiegend vor Ort verzehrt, was einen großen Mehrwert für die jeweilige Binnenwirtschaft darstellt.

Avocadoplantage
© AdobeStock

Südafrika bleibt Marktführer im Export und rechnet in diesem Jahr mit rund 21 Millionen Kartons. Der lokale Absatz in Südafrika, der ebenfalls rasant wächst, wird dieses Volumen voraussichtlich verdoppeln.

Kenia gehört mittlerweile zu den größten Avocado-Exporteuren Afrikas und liegt an zweiter Stelle hinter Südafrika. Das Land exportiert jährlich über 80.000 t der Frucht und erzielt damit erhebliche Einnahmen – insbesondere aus den Märkten in Europa und im Nahen Osten.

In Tansania könnte die Avocado-Produktion des Landes laut Quellen in diesem Jahr auf 235.000 t steigen, wobei die Exporte auf 40.000 t geschätzt werden.

Dann gibt es noch Simbabwe und Mosambik, die ebenfalls darauf hoffen, zu wichtigen Akteuren zu werden – auch wenn sie ihre Produktion erheblich steigern müssen, um den Marktführern des Kontinents Paroli bieten zu können.

Kenias Avocado-Exportindustrie floriert, angetrieben durch die steigende weltweite Nachfrage und die günstigen Anbaubedingungen des Landes. Der Sektor unterstützt nicht nur Großproduzenten, sondern stärkt auch Kleinbauern und ist damit ein wesentlicher Bestandteil der landwirtschaftlichen Wirtschaft des Landes. Dank kontinuierlicher Bemühungen zur Qualitätsverbesserung und zur Ausweitung der Marktpräsenz ist Kenia gut aufgestellt, um seinen Status als einer der führenden Exporteure auf dem globalen Avocado-Markt zu behaupten.

Derzeit werden rund 40 % der tansanischen Avocados nach Europa exportiert, wo Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Spanien und das Vereinigte Königreich wichtige Märkte darstellen. Auch Indien hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen und macht nun 30 % der tansanischen Exporte aus, während 19 % der Lieferungen in den Nahen Osten gehen.

Tansania hat sich in Indien eine Nische erobert, was zum großen Teil seinem frühen Markteintritt zu verdanken ist. Die Präsenz bedeutender multinationaler Unternehmen wie Westfalia, das enge Verbindungen zu lokalen Distributoren unterhält, hat ebenfalls dazu beigetragen, Tansanias Präsenz in Indien zu stärken. Die Produktion hat in den vergangenen zehn Jahren erheblich zugenommen und ist in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 20 % pro Jahr gewachsen.

Auch Simbabwes Avocado-Industrie wächst rasant: Die Produktion steigt sprunghaft an, und die Exporte werden 2026 voraussichtlich 6.000 t übersteigen, womit das Land zum fünftgrößten Produzenten Afrikas aufsteigen wird.

Schließlich hat der Exportverband von Mosambik frühzeitig damit begonnen, die gesundheitlichen Vorteile seiner Avocados zu bewerben. Er hebt hervor, dass die Frucht gesunde Fette enthält, die einen guten Ersatz für künstlich verarbeitete, fettige Lebensmittel darstellen. Die Landwirte in Mosambik konzentrieren sich hauptsächlich auf die Sorten Hass, Fuerte, Gwen und Pinkerton.

Der kommerzielle Avocadoanbau in Mosambik wurde 2015 eingeführt, die ersten Exporte erfolgten 2018. Auch mehrere südafrikanische Erzeuger sind an dem Projekt beteiligt.