Auch der Inlandsverbrauch nimmt demnach zu, dennoch bleibt die Branche stark exportorientiert. Im Vermarktungsjahr 2024/25 exportierte Südafrika dem Bericht zufolge 22.605 t Blaubeeren – 6,7 % mehr als in der Vorsaison. Mit der jüngst erfolgten Öffnung des südafrikanischen Marktes für Blaubeeren aus den USA könnten künftig auch US-Exporte an Bedeutung gewinnen. Die größten Chancen für US-Unternehmen werden derzeit jedoch im Bereich Vermehrungsmaterial und Pflanzenmaterial gesehen.
Die noch junge südafrikanische Blaubeerindustrie hat insbesondere zwischen 2018 und 2020 ein starkes Wachstum verzeichnet. Die Anbaufläche stieg von lediglich 471 ha im Jahr 2014/15 auf 3.800 ha im Jahr 2022/23. Seitdem ist sie jedoch rückläufig und lag 2025/26 bei rund 2.65ha. Branchenvertreter sehen langfristig dennoch erhebliches Potenzial. Nach Einschätzung der Produzenten könnte die südafrikanische Blaubeerproduktion innerhalb der kommenden 20 Jahre auf einer Fläche von bis zu 15.000 ha ausgebaut werden. Derzeit bremsen jedoch volatile Preise, steigende Produktionskosten, hohe Transportkosten sowie logistische Probleme die weitere Expansion. Die Branche blickt dennoch optimistisch auf die kommenden Jahre. Nach Angaben von Marktteilnehmern haben sich die Preise von den Tiefständen vor drei Saisons inzwischen wieder erholt. Gleichzeitig sorgen höhere Erträge, moderne Sorten und günstige Wetterbedingungen für steigende Produktionsmengen. In der Saison 2024/25 hatte insbesondere Frost in den nördlichen Anbaugebieten die Ernte beeinträchtigt. Dennoch konnte die Produktion dank Produktivitätssteigerungen und günstiger Witterungsbedingungen in anderen Regionen, insbesondere im Westkap, um zehn Prozent gegenüber der Vorsaison zulegen. Für 2025/26 wird ein weiterer Produktionsanstieg von zwei Prozent erwartet. Damit hat sich Südafrika innerhalb von nur gut einem Jahrzehnt von einem kleinen Produzenten zu einem wichtigen Akteur im internationalen Blaubeermarkt entwickelt.