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Studie zur Populationsdynamik der Kraut- und Knollenfäule

Kartoffeln benötigen einen sehr hohen Fungizideinsatz. Neue Stämme der Kraut- und Knollenfäule erschweren die Bekämpfung. Ein Monitoring soll die Populationsdynamik des Erregers in der Schweiz umfassend erfassen und Praxis-Empfehlungen liefern, so Agroscope.

Blätter mit Kartoffelfäule
© Tomke Musa/Agroscope

Mit durchschnittlich sechs bis acht Behandlungen pro Jahr – und über 14 im Jahr 2024 – sind Kartoffeln in der Schweiz die Ackerbau-Kultur mit dem höchsten Fungizideinsatz.

Gemäß der parlamentarischen Initiative 19.475 soll das Risiko durch Pflanzenschutzmittel bis 2027 um 50 % reduziert werden. Demgegenüber strebe die Kartoffelbranche bis 2028 eine Erhöhung der Anbaufläche mit robusten Sorten um rund 25 % an; bis 2040 sogar um 80 %.

Die Population des Erregers der Kraut- und Knollenfäule, Phytophthora infestans, verändert sich von Jahr zu Jahr: Neue, virulentere und genetisch vielfältigere Stämme gefährden sowohl die Wirksamkeit von Fungiziden als auch die Resistenz von robusten Sorten. Einige dieser Krautfäule-Stämme können Resistenzgene überwinden oder zeigen eine verringerte Empfindlichkeit gegenüber wichtigen Fungiziden.

In der Schweiz ist die Populationsstruktur der Kraut- und Knollenfäule bisher nur unzureichend bekannt. Daher wird im Rahmen dieses Projektes ein umfassendes Monitoringnetz in den Kartoffelanbaugebieten etabliert, um die vorhandenen Isolate genetisch zu charakterisieren und die Zusammensetzung sowie die Dynamik der Population besser zu verstehen.

Die Ziele des Projekts sind:

  • Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Erreger, Sorten und Fungiziden
  • Entwicklung von Analyse-Methoden zur frühzeitigen Erkennung von Hochrisikostämmen
  • Identifikation strategischer Probenahmegebiete für frühe Warnhinweise
  • Verständnis des Selektionsdrucks, der durch agronomische Praktiken und Anbausysteme entsteht

Die Ergebnisse dieser Studie sollen u.a. in das Prognosemodell PhytoPRE eingebunden und genutzt werden, um für die Praxis angepasste Empfehlungen zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule bereitzustellen. Ziel ist es, die Sortenwahl und den Fungizideinsatz (Termin resp. Wirkmechanismus) zu optimieren und gleichzeitig Kosten und Befallsrisiko zu reduzieren. Um einen schnellen Wissenstransfer in die Praxis zu gewährleisten und das Vertrauen der Landwirte zu stärken, wird ein Netzwerk von Pilotbetrieben eingerichtet und Workshops durchgeführt, auf denen die Strategien umgesetzt und diskutiert werden.

Im Frühling 2026 werden verschiedene Workshops stattfinden, an denen die Methode der Probesammlung mit sogenannten FTA-Karten präsentiert wird.

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