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Spatenstich für Lidls Metropolfiliale in Holz-Hybridbauweise

Lidl setzt in Rheinfelden eigenen Angaben zufolge neue Maßstäbe im nachhaltigen Bauen: In der Güterstraße 18 entsteht das flächenmäßig größte Objekt im deutschen Lidl-Filialnetz.

Männer heben Erde mit Spaten aus
Matthias Weckesser, Kristin Fuchs, Alexander Butsch, Stefan Stamm, David Pecher, Klaus Eberhardt, Paul Barkhoff, Konrad Waltersberger
© Thomas Stibenz/Lidl

Das Besondere an diesem Vorzeigeprojekt sei der innovative Materialmix: Während das Erdgeschoss in massiver Stahlbetonbauweise errichtet wird, entstehe das Obergeschoss in Holzbauweise. Diese kombinierte Konstruktion wurde gezielt für die statischen Anforderungen der Erdbebenzone 3 entwickelt. Dabei nutze das Projekt das im Vergleich zum Massivbau deutlich geringere Eigengewicht sowie die natürliche Elastizität des Holzes und stelle damit die erforderliche Erdbebensicherheit sowie statische Stabilität sicher.

Am 11. Juni 2026 fand der feierliche Spatenstich mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt statt. Er betonte die Bedeutung des Bauvorhabens für die Stadt: „Das ist eine wegweisende Entscheidung für den Einzelhandelsstandort an der Güterstraße. Das Metropolkonzept von Lidl zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltig und flächenschonend moderner Handel zukunftsfähig gestaltet werden kann.“ Das Projekt diene bereits jetzt als Referenzobjekt für eine innovative Holz-Hybrid-Bauweise und intelligente Flächenverdichtung im urbanen Raum.

Platzsparende Lösung durch das Metropol-Konzept 

Die Lidl-Metropolfiliale ermögliche eine effiziente Nahversorgung auf kompakter Grundstücksfläche: 
Das Erdgeschoss des Neubaus biete eine helle Parkebene mit 121 Pkw- sowie 40 Fahrradstellplätzen. Eine Rollsteige führe die Besucher von dort komfortabel in das Obergeschoss, das nahezu vollständig in nachhaltiger Holzbauweise realisiert wird.

Der Verkaufsraum biete eine großzügige Fläche für eine übersichtliche Warenanordnung. Dabei sorge das moderne Filialkonzept mit klarer Formensprache und einem neuen Farbkonzept in ruhigen Blautönen für eine einladende Einkaufsatmosphäre. Breite Gänge sowie eine neue Möblierung unterstreichen den modernen Charakter der Filiale und erleichtern die Orientierung. Insbesondere das Frischesortiment mit Obst und Gemüse, Backwaren sowie Frischfleisch und Molkereiprodukten erhält viel Raum, um den Kunden eine große Auswahl an frischen Qualitätsprodukten anbieten zu können. Moderne Regalsysteme und energieeffiziente Kühlmöbel unterstützen dabei eine übersichtliche und optisch ansprechende Warenpräsentation.

Für einen angenehmen und flexiblen Einkauf werden in der neu gestalteten Filiale neben den klassischen Bedienkassen auch „Scan&Go”-Kassen installiert, die zudem die komfortable Selfscanning-Funktion über die Lidl Plus App unterstützen. Gleichzeitig schaffe das offene Raumkonzept mit niedrigen Regalen und optimierten Laufwegen eine attraktive Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter.

Ressourcenschonung und zirkuläres Bauen

Vom Fundament bis zur Fassade setzt Lidl auf Ressourcenschonung: Das Gebäude wird durch einen innovativen Materialmix optimiert. Während die Gründung, bestehend aus Fundament und Bodenplatte, und das Erdgeschoss in massiver Betonbauweise errichtet werden, entstehe das Obergeschoss in nachhaltiger Holzbauweise. Zudem wird das Material aus dem Abbruch des Bestandsgebäudes aufbereitet und als Recyclingmaterial im Unterbau der neuen Fahrbahnbeläge wieder eingebaut.

Das gesamte Gebäude sei konsequent nach dem regenerativen „Cradle-to-Cradle“-Prinzip geplant. Dabei sei die Holzkonstruktion so konzipiert, dass die einzelnen Bauteile durch spezielle lösbare Verbindungen im Falle eines Rückbaus sortenrein getrennt werden können. Durch den konsequenten Verzicht auf Verbundstoffe wird so sichergestellt, dass die verwendeten Materialien dem Wertstoffkreislauf wieder vollständig zugeführt werden können.

„Die erstmalige Umsetzung unseres Holz-Hybrid-Konzepts in einer statisch anspruchsvollen Erdbebenzone unterstreicht die technologische Reife unserer Bauweise“, erklärt Paul Barkhoff, Geschäftsführer Immobilien Region Südost bei der Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG. „Wir beweisen damit, dass sich höchste ökologische Standards, hocheffiziente Technik und moderner Einkaufskomfort zukunftssicher vereinen lassen.”

Hocheffiziente Technik für die Energiewende

Neben der Holzbauweise wird auch die Haustechnik der neuen Filiale in Rheinfelden besonders nachhaltig und energieeffizient sein: Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie die Nutzung der Abwärme aus der Produktkühlung minimieren den Energiebedarf. Die Wärmepumpen arbeiten ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln. Den Großteil des Strombedarfs decke die hauseigene Photovoltaikanlage (325 Kilowatt-Peak) ab. Die restliche Energie wird zu 100 % als Grünstrom bezogen. Für zusätzlichen Komfort während des Einkaufs sorge eine moderne Elektroladesäule, die über zwei Ladepunkte mit einer Gesamtleistung von mindestens 50 bis 60 Kilowatt (DC) verfüge. Laden zwei Fahrzeuge gleichzeitig, stehen pro Ladepunkt jeweils mindestens 30 Kilowatt zur Verfügung. Mit dem flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur unterstütze Lidl aktiv die Mobilitätswende in Deutschland.

Die Arbeiten vor Ort seien bereits im Gange: Dem im April gestarteten Rückbau des Bestandsgebäudes schließe sich eine rund einjährige Bauphase an, sodass die feierliche Neueröffnung der Metropolfiliale für das Frühjahr 2027 vorgesehen sei.

Mit der Neueröffnung entstehen voraussichtlich zehn neue Arbeitsplätze in Rheinfelden. Lidl stärke damit nicht nur die lokale Infrastruktur, sondern fungiere auch als attraktiver Arbeitgeber in der Region.