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Schulmahlzeiten: Flandern senkt Kosten für Gemeinden deutlich

Lokale Behörden, die sich am Projekt „Gesunde Ernährung in der Schule“ beteiligen, müssen laut einem Bericht des flämischen Agrarnachrichtendienstes vilt.be künftig einen geringeren finanziellen Beitrag leisten. Das hat die flämische Ministerin für Wohlfahrt und Armutsbekämpfung, Caroline Gennez, nun angekündigt. Mit dieser Maßnahme will die Ministerin die finanzielle Hürde senken und so mehr Schulen und Schüler erreichen. 

Mädchen mit aufgesteckten Himbeeren auf vier Fingern
© Ramona Heim/AdobeStock

Es handelt sich dem Bericht von vilt.be zufolge um eine grundlegende Reform des Projekts, das gesunde Mahlzeiten für Kinder im Kindergarten und in der Grundschule anbietet. Derzeit nutzen rund 90.000 Schülerinnen und Schüler das Angebot – weniger als ursprünglich erhofft. Laut Gennez sprangen vor allem kleinere Gemeinden wegen der Kosten ab. Deshalb erhöht Flandern seinen eigenen Beitrag von 97 auf 136 Euro pro Kind, wodurch sich die Belastung für lokale Behörden fast halbiert. Konkret sinkt der Beitrag der Städte und Gemeinden von 73 auf 34 Euro pro Kind. 

„Für deutlich mehr Städte und Gemeinden wird es nun machbar, teilzunehmen“, sagt Gennez. „Auch die 29 lokalen Verwaltungen, die bereits dabei sind, profitieren: Mit demselben Budget können sie doppelt so viele Kinder erreichen.“ In Flandern besuchen etwa 720.000 Kinder den Kindergarten und die Grundschule. „Gesunde Ernährung in der Schule ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung“, betont die Ministerin. „Sie trägt zu besserer Gesundheit, besseren schulischen Leistungen und mehr Chancengleichheit bei. Außerdem lernen Kinder so gesunde Essgewohnheiten, die sie ein Leben lang beibehalten.“ 

VLAM-Studie zu Ernährungsgewohnheiten

Wie wichtig eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse für Heranwachsende ist, hatte kürzlich Flanderns Agrar-Marketing-Büro VLAM in einer Studie nachweise können. Untersucht wurden die Essgewohnheiten von 600 flämischen Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren. Laut VLAM sehen Jugendliche den Geschmack als absolute Priorität. Essen muss für sie in erster Linie einfach gut schmecken. Nur 18 % geben an, dass sie zumindest teilweise darüber nachdenken, wie Lebensmittel produziert werden. Mit 8,8 von möglichen 10 Punkten ist der Geschmack mit Abstand der wichtigste Faktor bei der Wahl ihrer Nahrung. Gesundheit folgt mit 6,5 während Umwelt (4,8) und belgische Herkunft (4,1) eine geringere Rolle spielen.

„Im Gegensatz zu dem, was manchmal angenommen wird, spielen Gesundheits- und Nachhaltigkeitsfaktoren in ihren täglichen Entscheidungen also eine weniger wichtige Rolle als Geschmack und Vertrautheit“, sagt Liliane Driesen, Sprecherin von VLAM. Dennoch isst weniger als die Hälfte der Befragten täglich Gemüse und Obst. Der Konsum von Gemüse und Obst bei Jugendlichen liegt niedriger als bei Erwachsenen. Nur 44 %essen (fast) täglich frisches Gemüse und 40 % frisches Obst. Jugendliche essen im Durchschnitt nur 5,1-mal pro Woche Gemüse oder Obst, gegenüber 5,4-mal für Gemüse und 5,3-mal für Obst bei Erwachsenen.

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