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Rund 50.000 ha in Deutschland betroffen: Unwetter verursachen großflächige Schäden in der Landwirtschaft

Schwere Unwetter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen haben am Montagnachmittag und in der Nacht zum Dienstag in weiten Teilen Norddeutschlands erhebliche Schäden in der Landwirtschaft und in den Sonderkulturen verursacht, teilt die Vereinigte Hagel mit. 

Tischtennisballgroße Hagelkörner aus Sommergewitter in Deutschland
Teils seien die Hagelkörner tennisballgroß gewesen, berichten Augenzeugen.
© Vereinigte Hagel

Der Versicherer rechnet mit rund 50.000 ha geschädigter Anbaufläche; die Sachverständigen seien bereits im Einsatz.

Mehrere großräumige Gewitterfronten zogen zu Wochenbeginn von östlichen Gebieten Nordrhein-Westfalens über Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein bis nach Mecklenburg-Vorpommern und hinterließen laut Vereinigte Hagel eine "Schneise der Verwüstung in teils erntereifen Beständen". Betroffen seien demnach die Region Ostwestfalen-Lippe, ein Gebiet südlich von Bremen bis in den Großraum Hannover, das Münsterland über Paderborn bis nach Calden im Landkreis Kassel sowie die Region Mölln im Landkreis Herzogtum Lauenburg bis nach Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dort sammelte sich zum Teil so viel Hagel auf dem Boden, dass er mit Radladern weggeräumt werden musste, berichtet der Deutschlandfunk.

Kurz vor der Ernte sei keine Kompensation der geschädigten Bestände mehr möglich, zahlreiche Betriebe müssten daher mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen. Auch abseits der Landwirtschaft sei es infolge teils tennisballgroßer Hagelkörner zu erheblichen Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden gekommen, die Feuerwehren hätten unzählige Einsätze zu bewältigen gehabt, heißt es weiter.

Den Unwettern voraus ging die langanhaltende Hitzewelle, die Ende Juni Südwest- und Zentraleuropa erfasst und in Deutschland vom 18. bis 28. Juni angehalten habe; dabei sei die 40-Grad-Marke mehrfach überschritten worden. Auch die aktuelle dritte Juliwoche habe zunächst mit viel Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad begonnen, verursacht durch das Hochdruckgebiet "Laurent". Gleichzeitig habe sich über Norddeutschland ein Höhentief befunden, das die Luftmasse zunehmend destabilisiert habe. Am 13. Juli sei daraus die großräumige Gewitterlage entstanden.

Die Wetterlage bleibt angespannt: Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für den heutigen Dienstag vor weiteren schweren Gewittern von der Mitte bis in den Süden Deutschlands, mit vereinzelt extremen Regenfällen und schweren Sturmböen. Auch in den kommenden Tagen bleibe das Gewitterrisiko erhöht, die Temperaturen sollen zum Wochenende zwar etwas zurückgehen, aber auf sommerlichem Niveau verbleiben.

Unwettergeschädigte Heidelbeeren in der Region Ostwestfalen-Lippe
Die Gewitterfronten hinterließen laut Vereinigte Hagel eine "Schneise der Verwüstung in teils erntereifen Beständen".
© Vereinigte Hagel