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Rewe eröffnet Berlins ersten Supermarkt mit Dachfarm

Unten im Supermarkt einkaufen, oben wächst Salat: Mit dem neuen Rewe Green Farming Markt Berlin zieht Landwirtschaft mitten in die Hauptstadt. Über der hölzernen Markthalle entsteht Deutschlands größte Dachfarm, so Rewe.

Neue Rewe-Filiale mit Dachproduktiom
© Rewe Group

Ab Sommer wächst dort Lankwitzer Pflücksalat – nur wenige Meter über den Köpfen der Kundschaft. Die Eröffnung des Rewe Green Farming Berlin am 21. Mai, um 8 Uhr war der Startschuss für die neue kreislauffähige Supermarkt-Generation aus Holz.

„Mit Rewe Green Farming entwickeln wir unsere Green-Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau“, erklärt Peter Maly, Vorstand der Rewe Group. Kernelement der neuen Supermarkt-Generation ist Holz. Der nachwachsende Rohstoff biete klare Vorteile gegenüber konventionellen Baumaterialien: Er speichere Kohlenstoff und dank der modularen Bauweise lassen sich die Hölzer demontieren und für ein zweites Leben aufbereiten. Auch im Betrieb schließe sich der Kreislauf: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne ermöglichen optimale Wachstumsbedingungen für den Stadtsalat auf dem Dach. Was heute noch besonders wirke, wird Peter Maly zufolge morgen zum Standard: „Unsere neue Supermarkt-Generation geht jetzt in Serie, dank der modularen Bauweise können wir die Dachnutzung optimal an den Standort anpassen. Wir planen bereits weitere Holzbau-Märkte in Deutschland.“

Lankwitzer Pflücksalat

Nur 23 Tage brauche der Pflücksalat vom Dach bis ins Regal. Hinter dem visionären Anbaukonzept stecke ECF Farmsystems: Das Berliner Unternehmen betreibt in Zukunft die gläserne Dachfarm. Das Team um Gründer Nicolas Leschke stehe für innovative Lebensmittelproduktion im städtischen Raum. Ab Sommer wird der erste Salat vom Supermarktdach geerntet.

Der Lankwitzer Pflücksalat aus dem Rewe Green Farming Berlin enthält die Sorten Kopfsalat, Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrüner Easy Leaf Salat. Die Pflanzen durchlaufen in der Dachfarm einen automatisierten, hydroponischen Anbauprozess – nahezu ohne Erde. „Der Salat wächst auf speziellen Trays, die mehrmals am Tag mit einer Nährlösung geflutet werden“, erklärt ECF-Geschäftsführer Nicolas Leschke.

Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet. Perspektivisch wachsen im Jahr bis zu 900.000 Salatmischungen in der Dachfarm. Rewe beliefere damit rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion.

Herzstück aus Holz

Auf dem Dach ziehe die gläserne Salatfarm die Aufmerksamkeit auf sich – im Inneren bestimmt die Holzkonstruktion den Raum. 72 Säulen aus gestapelten Balken formen die luftige Markthalle. Das Besondere: Die Konstruktion verschwinde nicht hinter einer Verkleidung. Das Naturmaterial sei bewusst sichtbar und präge den Charakter der Markthalle. Für Friedrich Ludewig, Director beim verantwortlichen Architekturbüro ACME, ist die Eröffnung in Berlin ein wichtiger Meilenstein: „Der Berliner Markt ist das Ergebnis von zehn Jahren gemeinsamer Arbeit. Seit 2016 arbeiten ACME und Rewe an dem modularen Konzept, das flexibel für jeden Standort konfiguriert werden kann. Rewe Green Farming ist eine Markthalle für das 21. Jahrhundert, die Frische und lokale Produkte zelebriert und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt.“

Von Green Building zu Green Farming

Bereits 2009 startete Rewe in Berlin-Rudow den Bau der Rewe Green Buildings – seither wurden bundesweit über 350 dieser energiesparenden Supermärkte errichtet. Die Weiterentwicklung des Bautyps gipfelte 2021 im Bau des ersten kreislauffähigen Supermarkts in Wiesbaden-Erbenheim. Aus dem Pilotmarkt entwickelten Rewe und ACME den Prototypen für die neue Green-Building-Generation.

Von Berlin aus gehe der neue Bautyp mit variabler Dachnutzung in Serie. „Unsere neuen Green Buildings sind ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zukunft des Bauens aussehen muss: kreislauffähig, mit der richtigen Materialwahl und immer mit Blick auf die Umweltauswirkungen des Bauens“, erklärt Klaus Wiens, Head of Filialbau bei Rewe.

Einkaufen wie auf dem Wochenmarkt

Eine große Fensterfront am Eingang des Marktes und das umlaufende Lichtband fluten das Marktinnere mit Tageslicht. Im Zusammenspiel mit den sieben Meter hohen Decken entsteht ein weitläufiger Marktplatz. Das Sortiment greift dieses Wochenmarkt-Ambiente auf: Die rund 2.150 Quadratmeter große Verkaufsfläche bietet Platz für über 20.000 Artikel. Produkte der Eigenmarke Rewe Regional sowie Erzeugnisse von 20 regionalen Lieferanten.