von Michael Schotten 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

NRW-Tunneltag: Sortenerneuerung und Kostenkontrolle standen in Köln-Auweiler im Fokus   

Zahlreiche Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus dem In- und Ausland kamen am 23. April auf Einladung der Landwirtschaftskammer NRW in das Versuchszentrum Gartenbau nach Köln-Auweiler, um sich über aktuelle Entwicklungen im Beerenobstsektor zu informieren und auszutauschen.

Menschen auf einem Feld mit Tunnelproduktion

Das Versuchszentrum hat sich auf die Weiterentwicklung von Produktionsverfahren im intensiven geschützten Beerenanbau spezialisiert, leistet neben der eigentlichen Forschung seit vielen Jahren aber auch einen wichtigen Beitrag als kommunikative Plattform. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist der ökologische Anbau. Die Expertinnen und Experten der Landwirtschaftskammer NRW erläuterten den Gästen bei idealen Wetterbedingungen – die vorangegangene Nacht war kalt, aber glücklicherweise frostfrei geblieben – welche Entwicklungen es beim verfrühten Anbau u.a. von Erdbeeren, in der Freilandproduktion und im geschützten Anbau sowie bei Stellagen-Kulturen gibt. 

Bekanntlich hat vor allem der Anbau von Erdbeeren im geschützten Anbau in den vergangenen Jahren in Deutschland immer weiter zugenommen. Insbesondere der Anbau im Wandertunnel biete den Erzeugern eine lukrative Möglichkeit, frühe Erdbeeren zu guten Konditionen zu vermarkten, sagte Simon Schrey, Versuchsleiter Obstbau in Ausweiler. Ein zentraler Erfolgsfaktor bei diesem Anbauverfahren sei die richtige Sortenwahl. Dementsprechend werden im Versuchszentrum regelmäßig verschiedene Erdbeersorten im Wandertunnel hinsichtlich ihrer individuellen Ertrags- und Fruchteigenschaften geprüft. 

So hat man in Auweiler z.B. die Leistungsfähigkeit von Frühsorten wie ‚Serabella‘ und ‚Glorielle‘ im Vergleich zu der Standardsorte ‚Clery‘ unter die Lupe genommen, es wurden sowohl Frigo- als auch Topfgrünpflanzen getestet. Ergebnis: Die Sorte ‚Glorielle‘ reifte am frühsten, kurz danach ‚Clery‘ und ‚Serabella‘. Der marktfähige Ertrag von ‚Serabella‘ und ‚Glorielle‘ lag als Topfgrünpflanzen etwa 10 % unterhalb von ‚Clery‘. Bei der Sorte ‚Serabella‘ konnten mit Frigopflanzen knapp 300 g mehr Ertrag je Pflanze erzielt werden als mit Topfgrünpflanzen. Bei der Sorte ‚Glorielle‘ lieferten Frigo- und Topfgrünpflanzen hingegen ähnliche Erträge. 

Faktor Kostenkontrolle

Grundsätzlich ist auch im Beerenobstbereich die Notwendigkeit, Kosten einzusparen, überall zu spüren. Umso wichtiger werden ein möglichst langer, jedoch perfekt ausbalancierter und ressourcenschonender Anbau und Ernteverlauf, der auch den Faktor effizienter Arbeitskräfteeinsatz mehr denn je mit in Betracht zieht. Diesbezüglich laufen in Auweiler im Erdbeerbereich u.a. Tests zur Kombination von sogenannten Ambient-Pflanzen (warm überwinterte Mini-Trays) mit Coldstored-Pflanzen, um einen kontinuierlichen Ernteverlauf zu ermöglichen. Kostenkontrolle ist aber auch bei Himbeeren ein zentrales Thema. Aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten für Pflanzmaterial, insbesondere bei Long Canes, steigt das Interesse an der mehrjährigen Kultivierung von Herbsthimbeeren. Auch dazu wurden im Versuchszentrum Köln-Auweiler in den vergangenen Jahren mehrere Versuche durchgeführt.

Lesen Sie demnächst mehr dazu im Fruchthandel Magazin.