Als Hauptgrund für den Preisrückgang nennen Erzeuger laut EastFruit die geringeren Exportmengen auf den russischen Markt, der traditionell das wichtigste Absatzziel für georgische Pfirsiche sei. Besonders schwierig sei die Lage für größere Obstbaubetriebe mit Anbauflächen von 10 bis 15 ha. Sie müssten innerhalb kurzer Zeit große Mengen vermarkten, hätten jedoch häufig Schwierigkeiten, ausreichend schnell Käufer zu finden. Gleichzeitig schränke die begrenzte Verarbeitungskapazität für Obst in Georgien die Vermarktungsalternativen ein.
Da Pfirsiche nur eine kurze Haltbarkeit aufweisen und nach der Ernte rasch an optischer Qualität verlieren, seien viele Erzeuger gezwungen, ihre Ware unmittelbar zum aktuellen Marktpreis zu verkaufen – auch wenn dieser unter den Produktionskosten liege.
Den Angaben zufolge ist die Qualität der diesjährigen Ernte hoch. Mehrere Sorten hätten die heißen Witterungsbedingungen auch ohne zusätzliche Bewässerung gut überstanden. Die guten Erträge und die hohe Fruchtqualität hätten den Preisverfall jedoch nicht ausgleichen können.
Gleichzeitig steigen die Produktionskosten weiter. Nach Angaben der Erzeuger verteuern sich Pflanzenschutzmittel, die Pflege der Anlagen, Maschinen sowie weitere Betriebsmittel. Hinzu kämen witterungsbedingte Risiken wie Hagel und Starkregen, die weiterhin eine erhebliche Belastung für die Obstbaubetriebe darstellen.
Vor diesem Hintergrund werde erneut der Ausbau der Obstverarbeitung in Georgien diskutiert. Zusätzliche Kapazitäten für die Herstellung von Säften, Pürees, Trockenobst und anderen verarbeiteten Produkten könnten, so berichtet EastFruit, dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Frischmarkt zu verringern, saisonale Überschüsse aufzunehmen und die Widerstandsfähigkeit des Pfirsichsektors gegenüber Preisschwankungen zu erhöhen.