von Ralf Petrov 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Neue Regierung in Bulgarien warnt vor Kollaps der Landwirtschaft

Die neue bulgarische Regierung unter Ministerpräsident Rumen Radev hat die Landwirtschaft des Landes als einen der wichtigsten politischen Brennpunkte identifiziert.

Gurken
© Ralf Petrov

Das neu gegründete Bündnis „Progressives Bulgarien“, das bei den Parlamentswahlen 44,59 % der Stimmen erreichte und erstmals seit Jahren über eine klare Mehrheit verfügt, schlägt Alarm: Ohne sofortige Gegenmaßnahmen werde es in fünf Jahren kaum noch bulgarische Agrarprodukte geben. Neben der Inflationsbekämpfung will die Regierung daher insbesondere die Landwirtschaft stabilisieren. Die aktuellen Zahlen zeichnen ein dramatisches Bild: Der Anteil bulgarischer Tomaten am heimischen Markt liegt nur noch bei 47 %, jener von Gurken bei 62 %. „Bulgarische Tomaten und Gurken kommen nur im Sommer und Anfang Herbst in großen Mengen auf den Markt. Die meisten Farmer haben ihre Gewächshäuser aufgegeben, vor allem wegen der hohen Heizkosten im Winter“, erklärt Marin Genurov, Vorsitzender des Verbandes der Unterglas-Produzenten.

Besonders schwer traf die Branche der starke Anstieg der Erdgaspreise nach Beginn des Ukraine-Krieges. Laut Angaben des bulgarischen Agrarministeriums ging die jährliche Gewächshausproduktion von Tomaten um 64,9 % und die von Gurken um 26,5 % zurück. Früher wurden viele Gewächshäuser bereits im Dezember bepflanzt, um im Januar und Februar liefern zu können. Die geplante Einlagerung günstigen Gases während der Sommermonate konnte wegen der anhaltenden Krise im Nahen Osten bislang nicht umgesetzt werden. Zudem setzen Billigimporte aus Nicht-EU-Nachbarstaaten die heimischen Produzenten unter Druck. „Die Erzeuger in der Türkei und Nordmazedonien verwenden Pflanzenschutzmittel, die in der Europäischen Union verboten sind. Dadurch liegen ihre Produktionskosten deutlich niedriger als in Bulgarien“, sagt Genurov. Zwar würden die Importe an den Grenzen kontrolliert, dennoch überschwemmten günstige Produkte den bulgarischen Markt und fänden wegen ihrer niedrigen Preise großen Absatz.

Lesen Sie demnächst mehr dazu im Fruchthandel Magazin. 

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