Neue Apfelsorten, ein Name: Bio Stars® starten in die Vermarktung
Neue Apfelsorten bringen eine Herausforderung mit: Sie müssen nicht nur im Anbau überzeugen, sondern auch im Regal einen Platz finden. Genau hier setzen die Bio Stars® an, so die Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau (FÖKO e.V.)
Mit Beginn der neuen Apfelsaison starte jetzt die offizielle Vermarktung: Die Dachmarke der FÖKO e.V. bringt robuste Bio-Apfelsorten unter einem Namen in den Naturkostfachhandel. Mit dabei sind u.a. die Naturkostgroßhändler Rinklin und BODAN. Die Äpfel kommen von Öko-Obstbaubetrieben vom Bodensee, aus der Neckarregion und aus Südbaden.
Vielfalt braucht einen Platz im Regal
Viele neue Apfelsorten schaffen es trotz ihrer vielfach besseren Qualitäts- und Genusseigenschaften nicht in den Anbau, geschweige denn in den Handel, da der Platz im Obstregal meist begrenzt ist. Bekannte, eingeführte Sortennamen geben zwar Orientierung, blockieren aber innovative Sortenneuheiten. Damit bremsen sie die Transformation zu robusteren, klimaangepassten Sorten, die zugleich den modernen Geschmacks- und Qualitätsansprüchen einer breiten Kundschaft entsprechen.
Bio Stars® bündeln neue, qualitativ hochwertige und robuste Apfelsorten unter einer Dachmarke. Der Sortenname tritt in den Hintergrund, im Mittelpunkt steht eine moderne Geschmackswelt: süß-säuerlich, saftig, knackig und crisp. Im Saisonverlauf wird jeweils die Sorte angeboten, die den definierten Geschmacks- und Qualitätskriterien entspricht und optimale Genussreife erreicht hat. Die Äpfel kommen aus deutschem Bio-Anbau, tragen ein Bio-Verbandszeichen und werden entsprechend ihrer regionalen Herkunft gekennzeichnet.
Erfolgreiche Testvermarktung
Dass dieser Ansatz im Naturkostfachhandel funktioniere, wurde Anfang 2026 in einer Pilotphase erprobt. Über BODAN und Rinklin wurden in Süddeutschland insgesamt rund 20 t Bio Stars® vermarktet.
Die Resonanz war sehr positiv. „Wir konnten in den ersten drei Wochen weitaus mehr Äpfel unter der Marke ‚Bio Stars®‘ vermarkten, als unsere Pilot-Läden veranschlagt hatten“, berichtet Gabriela Mitas, Einkäuferin Obst und Gemüse bei BODAN. Das O&G Einkaufsteam von Rinklin Naturkost ist begeistert: „Wir haben durchweg gute Erfahrungen gesammelt.“
Die Auswertung in Pilotmärkten zeige: Unter einer Dachmarke funktioniere die gestaffelte Vermarktung mehrerer neuer Sorten. Besonders wirkungsvoll waren separate Warenaufbauten und Verkostungen. Auch Informations- und Werbematerialien erleichterten die Kommunikation am Point of Sale. Der Wechsel zwischen verschiedenen Sorten im Saisonverlauf wurde von der Mehrheit der Kundinnen und Kunden nicht als Nachteil wahrgenommen.
Von der Sorte zum System
Hinter den Bio Stars® steht kein einzelner Anbieter, sondern ein Zusammenschluss von Bio-Obstbaubetrieben und Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Das Konzept ist partnerschaftlich und partizipativ angelegt: Erzeugung, Züchtung, Forschung, Beratung und Vermarktung arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung. Bio Stars® öffne vor allem auch für künftige Innovationen Spielräume und schnellere Einführung. Neue robuste Sorten können nach praktischer Prüfung in das Konzept aufgenommen werden, ohne jeweils einen eigenständigen Sortennamen aufbauen zu müssen.