von Inga Detleffsen 3 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Mit „zero left“ gegen die Lebensmittelverschwendung: Bremerhavener Studentinnen für UX Design Award nominiert

Das Brötchen vom Vortag oder die Reste vom großzügig gekochten Eintopf: Jedes Jahr werfen wir jede Menge Lebensmittel in den Müll – nach Daten des Umweltbundesamts durchschnittlich 78 Kilo pro Kopf.

Mock-up der zero left-App
Die App (hier als Mock-up) soll Kühlschrankverwaltung, Ablaufdatum-Tracking und Rezeptvorschläge kombinieren.
© Merle von Forstner, Jette Kirmse

Um unnötige Käufe zu vermeiden und noch Essbares zu retten, haben Merle Freiin von Forstner und Jette Kirmse die App „zero left“ konzipiert und umgesetzt. Die beiden studieren an der Hochschule Bremerhaven Digitale Medienproduktion (DMP).

Kombi aus Kühlschrank-Inhalt und Koch-Ideen

Die App kombiniert einen digitalen Kühlschrank mit einer intelligenten Verwaltung von Haltbarkeitsdaten, schlägt Rezepte auf Basis vorhandener Zutaten vor und unterstützt bei der Mahlzeitenplanung. „Die Idee entstand aus dem Problem heraus, das wir als Studentinnen selbst gut kennen: Der Kühlschrank ist fast leer und trotzdem schaffen wir es nicht, alle Lebensmittel vor dem Verderben zu verbrauchen“, erklärt Merle Freiin von Forstner die Entstehung der App.

Entstanden ist das Projekt in der Lehrveranstaltung „User Experience & User Interface Design“ im dritten Semester, betreut von Prof. Nicole Slink. Für ihre nutzerorientierte App wurden die beiden Studentinnen nun für den UX Design Award nominiert, eine der international bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich User Experience Design. Eine internationale Fachjury wählte die App unter anderem nach Benutzungsfreundlichkeit, Innovationsgrad und Designqualität aus.

Eine besondere UX-Herausforderung habe darin bestanden, trotz mehrerer Funktionen wie Kühlschrankverwaltung, Ablaufdatum-Tracking und Rezeptvorschlägen eine Informationsüberflutung zu vermeiden, erklären die beiden gegenüber der Jury. Gelöst hätten sie das über reduzierte Bildschirme und eine klare Navigationsstruktur. Besonders wichtig sei die Erkenntnis gewesen, dass Nutzer nicht primär durch die Lebensmittelverschwendung selbst motiviert seien, sondern durch das Sparen von Geld und Zeit im Alltag – ein Punkt, der das Konzept maßgeblich mitgeprägt habe, so die zwei Studentinnen.

Ziel: „zero left“ zur werbefreien App weiterentwickeln

Für die kommenden fünf Jahre wünschen sich die beiden, „zero left“ von einem Figma-Prototyp zu einer funktionsfähigen Basis-App (MVP) weiterzuentwickeln, die im echten Alltag getestet werden kann, etwa mit einer Barcode-Scan-Funktion und einem Algorithmus für tägliche Rezeptvorschläge basierend auf vorhandenen Zutaten. Wichtig sei ihnen dabei, dass die App frei zugänglich und werbefrei bleibe.

Neben der Fachjury wird auch ein Publikumspreis vergeben. Wer „zero left“ unterstützen möchte, kann online unter ux-design-awards.com/winners/2026-2-zero-left abstimmen – und zwar ganz entspannt, denn für die Abstimmung muss weder ein Konto angelegt noch eine E-Mail-Adresse angegeben werden.

 

Merle von Forstner und Jette Kirmse mit ihrer App zero left
„Der Kühlschrank ist fast leer und trotzdem schaffen wir es nicht, alle Lebensmittel vor dem Verderben zu verbrauchen“ - das war die Grundidee von Jette Kirmser und Merle von Forstner für die App.
© Hochschule Bremerhaven