Während sich die Ausfuhren von Heidelbeeren und Himbeeren weiterhin dynamisch entwickelten, befindet sich der Erdbeersektor in einer tiefgreifenden strukturellen und klimatischen Krise, so die Analysten von ‚EastFruit‘. Als wesentlicher Wendepunkt gilt der verschärfte Wettbewerb mit Ägypten. Dort wurden die Anbauflächen deutlich ausgeweitet, wodurch größere Mengen zu niedrigeren Preisen auf den europäischen Markt gelangten. In der Folge gerieten die Margen marokkanischer Erzeuger zunehmend unter Druck, sodass zahlreiche Betriebe auf rentablere Kulturen umstellten.
Zusätzlich belastet die anhaltende Wasserknappheit den Anbau. Erdbeeren zählen zu den wasserintensiven Kulturen, während jahrelange Dürreperioden die Grundwasservorräte in den wichtigsten Anbaugebieten stark reduziert haben. In Küstenregionen verschärft zudem die Versalzung der Böden die Situation. Investitionen in Entsalzungsanlagen erhöhen die Produktionskosten und schmälern die Wirtschaftlichkeit weiter.
Auch der Arbeitskräftemangel wirkt sich dem Bericht von ‚EastFruit‘ zufolge zunehmend negativ aus. Viele Saisonarbeitskräfte wechseln nach Spanien, wo höhere Löhne gezahlt werden. Gleichzeitig bevorzugen verbliebene Erntehelfer häufig den Einsatz im Himbeer- oder Heidelbeeranbau, was insbesondere während der Erntespitzen zu Engpässen führt.