Die Pflanzarbeiten in weiten Teilen Deutschlands verliefen planmäßig und zügig, in den frühen Anbauregionen war Frost kein Thema.
Die Erträge der Frühkartoffeln seien mit regionalen Unterschieden etwas unterdurchschnittlich. Allerdings stellte vor allem im Südwesten der Republik die Rodung aufgrund der hohen Temperaturen eine große Herausforderung dar.
Aufgrund der großen Hitze mit extremer Sonneneinstrahlung ab der zweiten Junihälfte und den Folgewochen nahmen die bislang größtenteils gut aussehenden Kartoffelbestände Schaden. Die intensive Sonne drang durch den Bestand, schädigte die Stängel und sorgte für einen stark aufgeheizten Damm. Temperaturen von 50 Grad Celsius und mehr können hier gemessen werden.
„Wiederholt hohe Temperaturen – so etwas ist auch für uns Landwirte, die gelernt haben, mit Wetterextremen umzugehen, völlig neu“, kommentiert Feuerborn die Situation der vergangenen Wochen.
In Abhängigkeit von Sorte, Beregnungsmöglichkeit und Pflanztermin haben sich die Bestände daraufhin im Laufe der vergangenen Wochen sehr unterschiedlich entwickelt. Es zeige sich schon jetzt, dass sich die außergewöhnlichen Witterungsbedingungen auf die Rodeergebnisse der sich anschließenden Bestände auswirken werden.
Durch einen vielfach hohen Ansatz im Frühjahr und die in Teilen schon beendete Ertragsbildung wird mit vielen Untergrößen, aber auch unterdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen sein.
Ausgehen kann man davon, dass die hitzegeplagten Regionen im Süden und Südwesten mehr betroffen sein werden als bspw. Teile Norddeutschlands. Ob der sich angekündigte Temperaturwechsel und auch mögliche Niederschlagsereignisse Auswirkungen auf Ertrag und Qualität haben werden, sei aktuell noch nicht zu beantworten.
Zu kämpfen haben die Landwirte auch in diesem Jahr mit der weiteren Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als Überträger bakterieller Krankheiten an Kartoffeln. Im Vergleich zum vergangenen Jahr scheine es aufgrund der Witterungsbedingungen eine längere Flugphase gegeben zu haben, einhergehend mit der Beobachtung des sehr frühen Zuflugs im Süden Deutschlands. Das alles zeige, dass die gemeinsamen Anstrengungen der Branche mit Behörden und Politik hinsichtlich der Eindämmung der Zikade weiterhin notwendig und zwingend erforderlich seien.
Die Auswirkungen der Hitzeperioden und Trockenheit werden in nahezu ganz Europa gesehen, so dass auch hier nicht mit Übermengen zu rechnen sei. Die sich hoffentlich ergebenden Vermarktungschancen müssen genutzt werden.