von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Italien und Frankreich bündeln Kräfte für EU-Agrarpolitik und Herkunftsschutz

Italien und Frankreich wollen in Brüssel künftig gemeinsam für ein stärkeres Budget der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie striktere Regeln zur Handelsreziprozität eintreten. 

Die Landwirtschaftsminister:innen aus Italien und Frankreich mitsamt Teams
Landwirtschaftsminister:innen Annie Genevard und Francesco Lollobrigida mit Entourage am 25. Juni in Antibes
© MASAF Italia

Das vereinbarten Italiens Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida und Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard beim 36. zwischenstaatlichen Gipfel beider Länder am 25. Juni in Antibes. Die GAP müsse ein unantastbares strategisches Element bleiben und dürfe keine Budgetkürzungen erfahren, sondern brauche vielmehr ausreichende Mittel für Klimatransition und Marktstabilität, so Lollobrigida. Beim Handel bekräftigten beide Länder das Prinzip der Reziprozität: Importe in den EU-Markt sollen eingeschränkt werden, wenn ausländische Erzeugnisse nicht dieselben Umwelt- und Gesundheitsstandards erfüllen wie europäische Landwirtinnen und Landwirte.

Auf Forschungsseite unterzeichneten das italienische Institut CREA sowie das französische Institut INRAE eine gemeinsame Absichtserklärung für eine strategische Forschungsallianz. Sie soll vier Jahre laufen, im Fokus stehen Agrarökologie, Lebensmittelqualität und -sicherheit, Modelle der Kreislaufwirtschaft sowie neue Technologien von Digitalisierung bis Biotechnologie. Vorgesehen sind gemeinsame Forschungsprojekte, ein Austausch von Fachwissen und ein gemeinsamer Zugang zu wissenschaftlicher Infrastruktur, außerdem eine koordinierte Beteiligung an europäischen und internationalen Projekten. Es sei "eine strategische Allianz", um "gemeinsam die großen globalen Herausforderungen der Agrar- und Lebensmittelbranche unserer Zeit anzugehen", kommentierte CREA-Präsident die Unterzeichnung. Ziel sei es, den Übergang zu nachhaltigeren Produktionssystemen zu beschleunigen und dabei die Erträge zu steigern, während gleichzeitig chemische Betriebsmittel und der Verbrauch natürlicher Ressourcen reduziert werden.

Außerdem unterzeichneten die beiden Länder eine Absichtserklärung, um Qualitätsprodukte mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) oder geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) besser zu schützen. Für 2026 und 2027 sei zudem ein Fahrplan mit schärferen Kontrollen gegen Produktfälschungen, einschließlich digitaler Überwachung, sowie einer besseren Koordination in Überseemärkten vereinbart worden.