von Inga Detleffsen 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

Industrietomaten: Studie zeigt stabile Erträge trotz 30 Prozent weniger Wasser

Wie aus einer Mitteilung der europäischen Erzeugerorganisation FINAF hervorgeht, ermöglichen neue Verfahren der Tropfbewässerung im Anbau von Industrietomaten eine Wassereinsparung von bis zu 30 %, ohne die Erträge oder die Qualität der Tomaten zu beeinträchtigen. 

Freiland-Tomaten auf dem Feld
Mit Intervall-Tropfbewässerung zu gleich viel oder mehr Ernte? Das FINAF-CER-Projekt zeigt Möglichkeiten auf.
© FINAF - CER

Die Ergebnisse stammen aus einem zweijährigen Projekt, das FINAF gemeinsam mit dem Canale Emiliano-Romagnolo (CER) durchgeführt hat. Den Angaben zufolge wurde zwischen 2024 und 2025 am Acqua Campus in Budrio getestet, wie sich die intermittierende oder Intervall-Tropfbewässerung unterstützt durch Entscheidungshilfesysteme (Decision Support Systems, DSS) im Vergleich zu herkömmlichen Bewässerungsverfahren auswirkt. Die Projektverantwortlichen Riccardo Ercoli (FINAF) und Domenico Solimando (CER) erklärten, bei den Versuchen herkömmliche Bewässerungsmengen als auch Varianten mit deutlich reduzierter Wasserzufuhr berücksichtigt zu haben.

Wassereinsparung, weniger Nitratauswaschung, stabilere Nährstoffeffizienz

Laut FINAF und CER zeigten die Messungen in den zwei klimatisch sehr unterschiedlichen Jahren, dass selbst bei 30 % weniger Wasser die Erträge jenen der traditionell bewässerten Flächen entsprachen. Darüber hinaus erwies sich die Wasserverteilung im Boden als gleichmäßiger, wobei die Verluste durch Tiefeninfiltration reduziert wurden, was auch zu einer erheblichen Verringerung der sogenannten Nitratauswaschung führte, d. h. der Auswaschung dieser Stoffe in die tieferen Bodenschichten: Die neuen Systeme hätten einen Verlust von etwa 60 kg Nitrat pro Hektar verhindert, was zum Schutz des Grundwassers und zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz beigetragen habe.

Ein weiterer Effekt sei eine Verringerung des Blütenendfäule-Risikos um rund 50 %, was zum Erhalt größerer marktfähiger Mengen beitrage. Die intermittierende Tropfbewässerung ermögliche damit nicht nur eine präzisere Wassergabe, sondern verbessere auch die Verfügbarkeit von Stickstoff für die Pflanzen.

Stabile Erträge und Qualität auch bei 30 % weniger Wasser

Auch bei der Qualitätsbewertung – darunter Kaliber, Brix-Wert und Homogenität – habe es laut FINAF und CER keine Unterschiede zu den herkömmlich bewässerten Vergleichsflächen gegeben. Die Intervall-Technik habe bei gleichem Wasserverbrauch teilweise höhere Erträge erzielt, während in der Variante mit 30 % Wasserersparnis zumindest die gleichen Mengen wie im Standardverfahren erreicht worden seien.

Die Versuche sollen 2026 fortgesetzt werden. Laut Ercoli und Solimando bestätigen die bisherigen Ergebnisse, dass automatisierte Bewässerungssysteme und Entscheidungshilfen „Schlüsselelemente für eine Landwirtschaft sind, die sich an klimatische Variabilität anpasst, Verschwendung reduziert und zugleich Ertrag und Umwelt schützt“. Das Projekt zeige, so die beiden weiter, wie technologische Innovation und eine bewusste Ressourcensteuerung zu einem nachhaltigeren und gleichzeitig wettbewerbsfähigen Produktionsmodell beitragen könnten.

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