In diesem Jahr sei dieser Stichtag auf den 13. Juli gefallen und damit so früh wie nie zuvor, teilte der SBV mit. Damit sei die Schweiz nicht nur immer stärker auf Lebensmittelimporte angewiesen; zugleich verlagerten sich auch die Umweltbelastungen ins Ausland. Der Bauernverband verlangt klare Konsequenzen. Die Agrarpolitik 2030 müsse diese Entwicklung korrigieren und die inländische Lebensmittelproduktion gezielt stärken.
Nachbarländer besser aufgestellt
Die wachsende Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland wird laut SBV im internationalen Vergleich deutlich. Deutschland erreiche einen Selbstversorgungsgrad von 88 % und könnte seine Bevölkerung bis Anfang November mit Lebensmitteln aus eigener Produktion versorgen. Frankreich erzeuge sogar genügend Nahrungsmittel, um den Eigenbedarf vollständig zu decken.
Der SBV verwies auf Zahlen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), wonach mehr als zwei Drittel des konsumbedingten ökologischen Fußabdrucks der Schweiz im Ausland entstehen. Eine sinkende Inlandsproduktion führe deshalb nicht zu einer geringeren Umweltbelastung, sondern verlagere und vergrößere sie sogar. Deshalb seien eine vielfältige und leistungsfähige heimische Agrarwirtschaft sowie der Erhalt der landwirtschaftlichen Produktionsflächen sowohl für die Ernährungssicherheit als auch für den Umwelt- und Ressourcenschutz von zentraler Bedeutung.
Ernährungsinitiative der falsche Weg
Für das falsche Rezept hält der Bauernverband allerdings die Initiative für eine sichere Ernährung, die am 27. September zur Abstimmung kommt. Diese verlangt, den Selbstversorgungsgrad auf mindestens 70 % zu erhöhen. Dieses Ziel soll durch die Umstellung von Konsum und Produktion auf pflanzliche Lebensmittel erreicht werden. Im „GraslandSchweiz“ sei das nicht standortgerecht, gab der SBV zu bedenken. Etwa 70 % der Landwirtschaftsflächen ließen sich nur über grasfressende Nutztiere wie Kühe, Schafe oder Ziegen überhaupt für die menschliche Ernährung nutzen. AgE