2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

HDE: 50 Millionen Kunden pro Tag im LEH

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Deutschland hat mit seinen mehr als 36.000 Geschäften und über einer Million Beschäftigten eine wichtige Bedeutung für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Frischelebensmitteln. Pro Tag kommt die Branche auf 50 Mio Kundenkontakte. 

Eine Obst- und Gemüseabteilung im deutschen LEH.

Das zeigt der jetzt veröffentlichte HDE-Handelsreport frische Lebensmittel. Die Daten aus der Untersuchung machen laut HDE gleichzeitig deutlich, dass der Einfluss des Lebensmittelhandels auf die Preissetzung in den Lieferketten nicht so groß ist, wie oft vermutet. Denn Verhandlungspartner des Handels seien in der Regel nicht einzelne Landwirte, sondern stark konzentrierte Agrargroßunternehmungen. Die Warenflüsse im Bereich frische Lebensmittel sind nach Angaben des HDE vor allem vom Export und somit von den Weltmärkten geprägt.

„Der direkte wirtschaftliche Zusammenhang zwischen der heimischen Landwirtschaft und dem LEH in Deutschland ist überschaubar. Der wichtigste Einflussfaktor für die Landwirte und die Preise ihrer Produkte sind der Weltmarkt und die weiterverarbeitende Industrie. Das Märchen vom Handel, der die Preise bei den Landwirten drückt, ist auserzählt. Das ist eine Legende, die den Fakten nicht standhält“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der HDE-Handelsreport zeige u.a., dass insgesamt 48 % der Produktionsmengen der deutschen Landwirtschaft an Frischelebensmitteln wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Eier, Milch alleine in den Export gehen. „Preise für Lebensmittel entstehen in komplexen Verhandlungen zwischen allen Akteuren in der Lieferkette und in Folge von Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten. Immer wieder beeinflusst dabei auch der Klimawandel die Erntemengen massiv“, so Genth weiter. „Der LEH in Deutschland nimmt in der Wertschöpfungskette eine wichtige, aber keine dominante Position ein. Für die Landwirtschaft sind andere Akteure mindestens genauso wichtig. Auf der Ebene der Ernährungsindustrie stehen dem Einzelhandel sehr marktstarke, oft multinationale Lebensmittelkonzerne gegenüber“, so Genth weiter.