Die Energiekrise und schwankende Preise treiben Betriebe dazu, Alternativen zu klassischen fossilen Heizsystemen ernsthaft zu prüfen, und Geothermie rückt dabei zunehmend in den Fokus.
Besonders die sogenannte Agrothermie, eine Sonderform der oberflächennahen Geothermie, gewinnt an Bedeutung. Dabei werden großflächige Erdwärmekollektoren in 1,5 bis 2 Metern Tiefe unter Ackerflächen verlegt, während die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche dabei unbeeinträchtigt bleibt. Nach Angaben des Bundesverbands Geothermie lässt sich mit einer Leistung von rund 50 Kilowatt pro Hektar eine Wärmeenergie von etwa 400 Megawattstunden pro Hektar und Jahr erzeugen – das entspricht der Einsparung von rund 40.000 l Heizöl und etwa 84 t CO₂ jährlich. Besonders wirtschaftlich wird das Verfahren in Kombination mit Wärmepumpen, die das vorgewärmte Wasser auf die benötigte Temperatur bringen; so lassen sich ganze Siedlungen oder eben auch Gewächshausflächen mit Grundwärme versorgen.
Konkrete Beispiele auf dem Deutschen Obst & Gemüse Kongress
Wie sich solche geothermischen Lösungen konkret im Gartenbau einsetzen lassen, zeigt Nico Oesemann auf dem diesjährigen Deutschen Obst & Gemüse Kongress (DOGK). Der gelernte Brunnenbauer, technische Betriebswirt und Bohrexperte verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in nationalen und internationalen Projekten und verantwortet als Prokurist der Geothermischen Energie GmbH (GTE) sowohl die technische Praxis als auch die Weiterentwicklung neuer Ansätze in dem Feld.
In seinem Vortrag „Geothermie für Gewächshäuser – Sichere Wärme für eine volatile Zukunft“ gibt Oesemann einen Überblick über die verschiedenen Formen der Geothermie und ihre Einsatzmöglichkeiten im Gartenbau. Anhand von Praxisbeispielen erläutert er, wie geothermische Wärme schon heute erfolgreich Gewächshäuser versorgt – und welche Schritte Betreiber gehen können, um ihre Wärmeversorgung langfristig krisenfester aufzustellen.
„Geothermie macht Wärme für den Gartenbau nicht nur nachhaltiger, sondern strategisch planbarer“, so Oesemann. „Sie stärkt die regionale Wertschöpfung, reduziert die Abhängigkeit von volatilen Energiepreisen und schafft langfristige Preissicherheit.“