von Christine Weiser 2 Min Lesezeit X Facebook LinkedIn

„Für die Zukunft der Wochen- und Großmärkte müssen wir an einem Strang ziehen“

Der Bundesverband der Frischemärkte in Deutschland BDF e.V. und die Duisburg Kontor GmbH, Betreiberin des Duisburger Großmarkts und der vielen Wochenmärkte in der Stadt, haben Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer MdB zu einem Besuch über den Bauernmarkt in der Innenstadt mit anschließender Panel-Diskussion zur Zukunft der Märkte eingeladen.

Männer stehen an einem Marktstand vor Äpfeln
Sören Link (mitte), Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Uwe Kluge mit Vertretern des BDF

Wochenmärkte sind Orte der Begegnung, soziale Treffpunkte, an denen man ins Gespräch kommen kann, die erhalten werden müssen. Deshalb war es Uwe Kluge, Vorstandsvorsitzender des BDF, so wichtig, in den politischen Dialog mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zu treten. Mit Sören Link, dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, und Vertretern des BDF hob Rainer die Bedeutung der Wochen- und Großmärkte hervor und sagte das verstärkte Gespräch „ganz fest zu“. 

„Ich bin froh, dass wir die Wochenmärkte haben. Wenn wir ehrlich sind, ist es dort nicht einmal unbedingt teuer. Vollsortimenter sind aber vielleicht bequemer. Ich weiß, dass wir bei den Wochenmärkten mit den Fördermitteln nicht wirklich vertreten sind. Die Städtebauförderung könnte dafür der passende Bereich sein“, betonte Rainer und versprach, die zuständige Kollegin zeitnah darauf anzusprechen. 

Es brauche die großen Produzenten für den Weltmarkt, die regionalen Erzeuger für die Versorgung vor Ort. Schließlich tragen sie dort zusammen mit den Wochenmärkten zur Lebensqualität der Menschen und Stadtteile bei. „Wir wissen, dass die regionalen Produkte am wenigsten behandelt sind, kurze Transportwege haben, das müssen wir schützen. Ich wünsche mir, dass wir auch in zehn, 20, 30 Jahren noch attraktive Wochenmärkte haben“, sagte Sören Link. Dafür müsse die Infrastruktur gestützt werden, etwa wenn es um die Strom- und Wasserkosten gehe. Denn das könnten Kommunen und Markthändlern nicht leisten.

Wolle man die heimische Landwirtschaft erhalten, müsse man Wochenmärkte zum einen gezielt aufsuchen und zum anderen auch regionale Produkte einkaufen. „Am Ende entscheidet der Kunde, dem müssen wir Wochenmärkte schmackhaft machen. Damit will ich die Verantwortung aber nicht von uns wegschieben“, stellte Alois Rainier klar. Um erfolgreich zu sein und zu bleiben, müsse man das Thema Ernährung und das Wissen um die Produkte schon früh in die Köpfe der Verbraucher bringen. Er sei ein großer Fan von Schulgärten, und da bzw. in Kitas müsse man ansetzen. „Es ist notwendig die Wochenmärkte miteinander zu bespielen und an einem Strang zu ziehen“, so Rainer abschließend.   

In einer der kommenden Ausgaben des Fruchthandel Magazins lesen Sie mehr dazu. Ob aus den heute gesäten Körnchen eine reiche Ernte für die Wochen- und Großmärkte folgt, wird dann die Zukunft zeigen.