Forschung: Avocado-Boom verändert Land und Leben in Kolumbien
In den vergangenen zehn Jahren haben sich Avocados zu einem Modeprodukt entwickelt, das auf den Weltmärkten zunehmend gefragt ist. Doch der Boom verändert das Leben der bäuerlichen Gemeinschaften und auch das Land, von dem sie abhängen. Dies wird in einer neuen Doktorandenstudie der Universität Göteborg aufgezeigt.
Umweltauswirkungen der Plantagen bedrohen Zukunft der Bauern
Große Unterschiede zwischen den kleinbäuerlichen Betrieben und den Plantagen gebe es auch, was die Auswirkungen auf das Land betrifft. „Wegen der Umweltauswirkungen haben viele der Bauern die Avocado-Plantagen als Bedrohung für die Möglichkeit, in Zukunft Landwirtschaft zu betreiben, und für ihre eigene Existenz als Bauern dargestellt“, sagt Juanita Esguerra Rezk. Die Anlage von Avocado-Plantagen hat in die Moorgebiete eingegriffen, Wachspalmenwälder abgeholzt und Wasserquellen illegal genutzt. „Diese Probleme werden immer besorgniserregender, da die Bauern mit den durch den Klimawandel verursachten Schwankungen konfrontiert sind und sich zunehmend Sorgen um die Zukunft der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in der Gemeinde machen“, so Rezk.
Im März 2024 erließ die Umweltbehörde der Region, CORTOLIMA (Corporación Autónoma Regional del Tolima), Sanktionen gegen den internationalen Avocado-Lieferanten Green Super Food (GSF) wegen solcher Umweltverstöße. Unterdessen würden die Kleinbauern die Avocado im Allgemeinen als eine „gute Kultur“ mit geringeren Umweltauswirkungen als andere Kulturen betrachten. “Um Produkte für den Export anbauen zu können, müssen sie verschiedene Zertifizierungen erhalten, wie z.B. GLOBALG.A.P. Nach Angaben der Kleinbauern hat dies dazu geführt, dass sie weniger schwere Pflanzenschutzmittel einsetzen, bessere Schutzausrüstungen verwenden und die Erhaltung der Wälder und die Bienenzucht in ihre landwirtschaftlichen Praktiken einbeziehen”, so Juanita Esguerra Rezk abschließend.