Forscher lösen Rätsel um Krankheit bei weißen Champignons
Eine Studie der University of Florida (UF) hat einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis einer Krankheit geleistet, die seit über einem Jahrhundert den weißen Champignon befällt.
Die bakterielle Fleckenkrankheit, eine in den Vereinigten Staaten weit verbreitete Krankheit, mindert den Wissenschaftlern zufolge den Ertrag, verkürzt die Haltbarkeit und beeinträchtigt die Marktfähigkeit des weißen Champignons. Sie stelle weiterhin eine Herausforderung für die Erzeuger dar, da sie braune oder gelbe Flecken verursache, die die Pilze unverkäuflich machen. In einigen Fällen treten die Symptome erst auf, wenn die Pilze bereits in den Lebensmittelgeschäften oder bei den Verbrauchern zu Hause angekommen sind.
Neue Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der UF am Institut für Lebensmittel- und Agrarwissenschaften (UF/IFAS) haben ergeben, dass die bakterielle Fleckenkrankheit nicht – wie ursprünglich angenommen – durch ein einzelnes krankheitserregendes Bakterium oder einen Erreger verursacht wird, sondern durch einen Komplex pathogener Bakterienarten, die in den kontrollierten, feuchten Innenräumen gedeihen, in denen die Pilze angebaut werden.
„Seit Jahren hat die Branche mit Behandlungsmethoden zu kämpfen, die bei der Bekämpfung der bakteriellen Fleckenkrankheit nur uneinheitliche Ergebnisse liefern“, sagte Samuel Martins, Mitautor und Assistenzprofessor am Institut für Pflanzenpathologie der UF/IFAS. „Im Rahmen eines separaten Förderprojekts des US-Landwirtschaftsministeriums in Höhe von 7 Mio US-Dollar, an dem die Penn State, die University of Delaware und die UF/IFAS beteiligt sind, entwickeln wir fortschrittliche Diagnosemethoden und nachhaltige Lösungen, um Pilzzuchtbetriebe landesweit zu stärken.“
Für die Studie nutzte das UF/IFAS-Team DNA-Sequenzierung, chemische Profilierung und traditionelle Laboruntersuchungen, um von der bakteriellen Fleckenkrankheit befallene Pilze zu untersuchen. Die Pilzproben wurden an verschiedenen Produktionsstandorten im Süden der Vereinigten Staaten gesammelt. Ihre Analysen ergaben, dass die Tatsache, dass die bakterielle Fleckenkrankheit durch mehrere Arten verursacht wird, die Erkennung, Vorhersage und Bekämpfung der Krankheit mit traditionellen Behandlungsmethoden erschwert.
„Wir haben mehr als 17 verschiedene Arten pathogener Bakterien gefunden, die mit der Krankheit in Verbindung stehen“, sagte Sameerika Mudiyanselage, Hauptautorin der Studie und Doktorandin von Martins und Romina Gazis am UF/IFAS Tropical Research and Education Center. „Zwar dominierten zwei bekannte bakterielle Erreger das bekannte Krankheitsprofil, doch wir haben auch einen überraschend hohen Anteil einer anderen Bakteriengruppe nachgewiesen, die bisher nicht mit der Pilzkrankheit in Verbindung gebracht wurde.“
Dies weise auf das Vorhandensein weiterer, bislang unbekannter Faktoren hin, die zur Entstehung der Krankheit beitragen, und erkläre, warum die Krankheit trotz aller Behandlungsbemühungen nach wie vor ein kostspieliges und immer wiederkehrendes Problem darstelle.
„Wir hoffen, dass die Ausweitung unserer Forschung zur Entwicklung besserer Diagnosemethoden und wirksamerer Behandlungsansätze führen wird, um die gesamte Gruppe der krankheitsverursachenden Bakterien bei Champignons zu bekämpfen“, sagte sie.
Über die Identifizierung der beteiligten Bakterien hinaus führe das Wissenschaftlerteam eine Folgestudie durch, um eine nachhaltigere Option für das Krankheitsmanagement zu erforschen.
„Letztendlich ist es unser Ziel, den Züchtern praktische, wissenschaftlich fundierte Lösungen anzubieten, die dazu beitragen, die Pilzzuchtsysteme zu stärken“, sagte Martins. „Indem wir die Komplexität der Bakterienfleckenkrankheit und die Rolle mikrobieller Gemeinschaften verstehen, können wir bessere, umweltfreundliche Bewirtschaftungsmethoden entwickeln, die Verluste reduzieren und gleichzeitig die Nachhaltigkeit verbessern.“
Die Ergebnisse sollen zu einer besseren Diagnostik und zu wirksameren, nachhaltigeren Behandlungsmethoden beitragen und so die Pilzzucht landesweit stärken.